UMTS - Universal Mobile Telecommunications System

UMTS - Universal Mobile Telecommunications System

© UMTS - Universal Mobile Telecommunications System - Telefónica

UMTS - Universal Mobile Telecommunications System

Der Mobilfunkstandard UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) wurde in Deutschland im Jahr 2000 durch sehr hohe Lizenzen versteigert.

Universal Mobile Telecommunications System

Der Mobilfunkstandard von der dritten Generation UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ist in der Lage eine viel höhere Übertragung von Daten zu erreichen (maximal sind 42 Mbit pro Sekunde möglich) als noch der ältere HSPA Standard, wo die maximale Datenübertragung bei nur 384 Kbit lag. Auch im Vergleich zum GSM Standard mit 220 Kbit in der Sekunde, bietet UMTS weitaus mehr. Bei GPRS waren es sogar nur 55 Kbit Übertragungsgeschwindigkeit. UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) wurde anstelle von IMT 2000 ausgewählt und hat sich als Standard im Bereich des Mobilfunks der dritten Generation (3G) etabliert. Das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (abgekürzt ETSI) pflegt die dritte Generation weiter. Diese wird ständig erweitert, zum Beispiel durch eine erhöhte HSDPA für eine maximale Empfangsrate bei den Daten. Für eine Sendedatenrate steht mit HSUPA eine ähnliche Technologie zur Verfügung.

Die Dienste

UMTS stellt sehr umfassende und erweiterte Dienste im Bereich von multimedialen Anwendungen dar. Diese Dienste sind dabei Erd- und Satellitengestützt. Es werden über UMTS folgende dienstliche Möglichkeiten angeboten: - Die zwischenmenschliche Kommunikation (Video- und Audiotelefonie) - Die Informationsverteilung (dieser Dienst bezieht sich auf den Internetzugang, bei World Wide Web Browsern, allgemeine Informationsdienste sowie öffentliche Dienste) - Nachrichtendienste, wie zum Beispiel Video Sprach Mail, Chat und Unified Messaging. - Standortbezogene Anwendungen, dazu gehört eine Fahrerunterstützung und die persönliche Navigation - Geschäftliche Anwendungen, zum Beispiel die Mobilität bei geschlossenen Räumen und das Prozessmanagement. - Massendienste, dazu gehört E-Commerce, die Bankendienste, Beratungsdienste und die Möglichkeit der Überwachung). - Einen Rückkanal bei mobiles Interaktives - Fernsehen - DVB-H - IP Datacast

Die Verbreitung

Im Jahre 2008 gab es in 100 Ländern 230 UMTS Netze (3G) mit weit über 400 Mio. Teilnehmern. Davon nutzen 300 Mio. die Dienste von UMTS, wobei 60 Mio. Nutzern HSPA (den High Speed Packet Access) sogar nutzen konnten. Das Land, welches am Stärksten den Universal Mobile Telecommunications System Dienst nutzte, war Italien. Hier meldeten die ansässigen Telekommunikationsanbieter fast 20 Mio. Teilnehmer vom 3G Dienst. In Deutschland waren es zum selben Zeitpunkt gerade einmal 15,9 Mio. Teilnehmer. Dies gab der Branchenverband BITKOM bekannt. Gegen Ende des Jahres 2011 konnten in Deutschland schon knapp 29 Mio. Nutzer mit UMTS gemeldet werden. Dies war ein starker Zuwachs mit 35 Prozent. Mitte des Jahres 2010 hatten etwa 70 Prozent der Standorte in Deutschland UMTS, der vom Mobilfunknetzt zur Verfügung gestellt werden konnte. Zum Vergleich in Österreich hatte man gegen Ende 2008 etwa 3,3 Mio. Nutzer mit einer 3G SIM Karte gezählt. Davon waren 812.700 Verträge mit einem breitbandigen Internet mit UMTS ausgestattet.

Thema Sicherheit

Nach mehreren Medienberichten wurde durch Tobias Engel (Datenhacker) im Dezember 2014 bekannt, dass die Technologie von UMTS, welche als sehr sicherer Mobilfunkstandard galt, doch ohne größeren technischen Aufwand problemlos abgehört werden konnte. Außerdem war ein mitlesen und sogar manipulieren von Daten innerhalb des Dienstes möglich. Die ansässigen Mobilfunkbetreiber haben danach ihren Möglichkeiten genutzt, um die jeweiligen Sicherheitslücken zu schließen, damit eine Manipulation im UMTS Netz nicht mehr möglich ist und die Sicherheit für die Nutzer gewährt ist.

Die UMTS Geschichte in Deutschland

Mit der Versteigerung der Lizenzen für UMTS konnte die Bundesrepublik Deutschland in den Monaten Juli und August des Jahres 2000 Einnahmen von 98,8 Mrd. DM (umgerechnet gut 50 Mrd. Euro) erzielen. Für den damaligen Finanzminister (Hans Eichel) war dies ein satter Zugewinn. Eichel nannte UMTS daraufhin „Unerwartete Mehreinnahmen für die Tilgung der Staatsschulden“. Die damaligen Ausgaben der jeweiligen Unternehmen, die Lizenzen für UMTS ersteigert hatten, waren in der Berechnung als absolut betrachtet und im internationalen Vergleich mit Abstand am höchsten. Insgesamt wurden in Deutschland sechs Lizenzen von UMTS zu einem Ausgabepreis von 16 Mrd. DM vergeben. Darunter waren folgende Mobilfunkanbieter: - Die T-Mobile Deutschland GmbH - Die Vodafone D2 GmbH - MobilCom Multimedia - Auditorium Investment Germany (hier handelte es sich um ein Konsortium von Hutchison und E-Plus, welches später in E-Plus umfirmiert wurde - O2 und die Group 3G (dies stellte ein Konsortium der finnischen Sonera und der spanischen Telefonica dar).

UMTS

Erteilt wurden die UMTS Lizenzen am 06.10.2000. Später wurden zwei dieser UMTS Lizenzen wieder aufgegeben. Gegen Ende des Jahres 2013 habe die MobilCom GmbH ihre ersteigerte Lizenz zurück. Die damalige RegTP verzichtete auf eine Ausübung von den Frequenz- und Lizenznutzungsrechten. Bereits im Oktober des Jahres 2002 verlor die Group 2G mit einem Ausstieg ihre erworbene UMTS Lizenz, da eine solche erworbene Lizenz nicht einfach an dritter weitergegeben oder verkauft werden durfte.

Massenmarkt

Besonders die sehr hohen Kosten und ein zu geringes Angebot waren in diesen Fällen die Hauptgründe für einen sehr schleppenden Durchbruch für UMTS auf dem Massenmarkt. Das eher unattraktive Angebot zu UMTS begründeten die Firmen mit den sehr hohen Gebühren und den starken Lizenzkosten. Im Verlauf nahmen die Kunden die Angebote mit UMTS nur sehr schleppend und zögerlich an. Daraufhin beklagen die Aktionäre der Mobilfunkanbieter die fallenden Unternehmenswerte. Rückblickend betrachtet, haben die sehr hohen Versteigerungsergebnisse für eine UMTS Lizenz dem Mobilfunkmarkt doch stark geschadet. Ein richtiger Wettbewerb kam jedenfalls überhaupt nicht zu Stande, da besonders kleine Gesellschaften in den Markteintritt mit UMTS durch die extrem hohen Kosten gehindert wurden. Hinzu kam, dass große Firmen keine notwendige Liquidität besaßen, um einen zügigen Netzausbaus realisieren zu können. Dadurch gingen einige nicht benötigte UMTS Lizenzen verloren. Zudem sprach sich in den Medien herum, dass ein vernünftiger und guter UMTS Empfang nur in Ballungszentren verfügbar war und in ländlichen Gegenden ein Dienst nur unzureichend oder fast gar nicht verfügbar war. Im Jahre 2003 gab es in Deutschland zunächst einige Probeläufe, wo vorwiegend Firmenkunden vom schnellen UMTS Netz profitieren konnten. Seit dem Jahr 2004 steht UMTS dann kommerziell zur Verfügung und im Laufe der Jahre kamen auch die passenden Mobiltelefone auf dem Markt.

Frequenzblöcke

2007 wurde weitere UMTS Frequenzblocke zur Versteigerung angeboten. Durchgeführt wurde diese Auktion aber erst 2010. Gegen Ende 2010 wurde dann die Nachfolgetechnologie von UMTS, nämlich LTE (Long Term Evolution) zur Versteigerung in Deutschland freigegeben. Dabei investierten die Telekom, Vodafone sowie die Telefonica Germany zusammen 4,4 Mrd. Euro in diesen UMTS Nachfolger.

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