Spirituosen: Liste online, Herstellung, Konsum Deutschland, Recht

Spirituosen

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Spirituosen

Spirituosen haben Tradition. Ein guter Schnaps belebt Geist und Sinne und bringt Leute zusammen. Dass zuviel des Guten aber nicht gut tut, bewahrheitet sich immer wieder.

Spirituosen

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Hochprozentiges, wie Spirituosen auch umgangssprachlich genannt werden, hat eine lange Tradition. Der Name Spirituosen leitet sich aus dem lateinischen Wort Spiritus ab, was dem Wort „Geist“ entspricht, weshalb auch immer wieder von geistigen Getränken die Rede ist, wenn es um ein Gläschen Hochprozentiges geht. Spirituosen sind landesweit auch unter dem saloppen Begriff Schnaps bestens bekannt. Dabei bezieht man sich aber in der Regel auf eine kleine Auswahl alt eingesessener Sorten von Spirituosen. Haben diese einen schlechten Geschmack oder sind sie von schlechter Qualität, sodass die Verköstigung dieses Getränks eine Übelkeit nach sich zieht, spricht man auch vom sogenannten Fusel. Damit mein man billig hergestellt Spirituosen von schlechter Qualität. Hochwertiger Schnaps, Congnac und andere hochprozentige Getränke werden gerne zu Feierlichkeiten oder nach dem Essen eingenommen.

Alkoholgehalt von Spirituosen

Nach geltendem EU-Recht müssen Schnaps und Co mindestens einen Alkoholgehalt von 15 % Vol. haben. Liegt der Alkoholgehalt darunter, dürfen die alkoholischen Getränke nicht als Spirituosen deklariert werden. Beim Eierlikör zum Beispiel beträgt der Alkoholgehalt 14 % Vol. Der Branntwein, wie hochprozentiges auch früher genannt wurde, wird durch Destillation, umgangssprachlich auch als Brennen bezeichnet, hergestellt. Destilliert werden dabei natürliche, vergorene pflanzliche Produkte.

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Auch Geistiges aus der Flasche muss sich der Brüsseler Bürokratie beugen

1989 legte die damalige EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) rechtlich verbindliche Bestimmungen über Begriffe, Bezeichnungen und Aufmachungen hochprozentiger Alkoholika fest. Vor dieser Zeit war es zum Beispiel in Deutschland überlich, sämtliche Spitituosen als Branntwein zu bezeichnen. Ein Begriff, der bestens dazu geeignet war, Verwirrung zu stiften, denn Hochprozentiges kann auch aus Birnen oder anderem Obst gebrannt werden.

Mehr Orientierung für die Verbraucher

Um für Kunden einen einheitliche Begriffskultur zu schaffen, darf ab 1989 der Begriff Branntwein nur noch für Hochprozentiges, das aus Wein hergestellt wurde und für Weinbrand verwendet werden. Lediglich in der Besteuerung wird der Begriff Branntwein auch übergreifend für andere hochprozentige Getränke verwendet. Hier besteht aber keinerlei Gefahr für eine Verwechslung, da Verbraucher damit für gewöhnlich nicht in Berührung kommen. Die Begriffe für destillierte Getränke wurden in Brüssel im Jahr 2008 überarbeitet.

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Schnaps bleibt Schnaps

Wenig unberüht zeigen sich Bewohner im niederdeutschen Sprachraum. Hier bleibt man guter alter Tradition folgend beim althergebrachten Begriff Schnaps. Wozu auch davon abgehen, denn nicht nur brave Arbeiter, auch der Geistliche vom Lande, Angehörige der Kommunalen Politik und so mancher Besucher lassen sich auf dem ruhigen Lande ein Stamperl schmecken, das sie mit einem schnellen Schluck leeren. Daher kommt auch der Begriff Schnapps, genau vom Ausdruck „schnappen“. Denn das bedeutet, den Schnaps mit einem schnellen Schluck zu sich zu nehmen. Getrunken wird das hochprozentige Getränk korrekterweise aus einem kleinen Glas, auch Kurzer, Stamperl, Schnapper oder Schnabbes genannt. Nicht nur das Glas sollte klein sein, auch die Anzahl der Gläser, denn Hochprozentiges kann üble Folgen mit sich bringen.

Zuviel schadet der Gesundheit

Dass Alkohol dem Körper schaden kann, steht außer Zweifel. Das gilt umso mehr für hochprozentige Spritiuosen. Verwantwortlich für die Schädigung des menschlichen Körpers ist aber nicht nur der Alkoholgehalt. Als schädlich erwiesen haben sich auch in hochprozentigen Getränken enthaltene schädliche Stoffe wie Methylalkohol. Auch Fuselöle sind in Schnaps und Co enthalten und schaden bei zu großer Menge dem Körper.

Wie Spirituosen hergestelt werden

Als Grundlage für die Herstellung hochprozentiger Getränke dienen je nach Endprodukt entweder zuckerhaltige Lösungen von Getreiden oder Fruchtsäften, Maische oder in Alkohol eingelegte Beeren und Frückte. Im Anschluss daran erfolgt die Destillation, oder auch Brennen genannt. Beim Brennen können Pflanzenextrake für ein natürliches Aroma beigement werden. Das Brennen kann mehrfach erfolgen. Danach wird das Destillat gelagert. Dazu werden in der Regel Eichenfässer verwendet, die für die bräunliche Färbung des Destillats verantwortlich sind. Da das Destillat einen zu hohen Alkoholgehalt besitzt und somit für den Genuss ungeeignet ist, wird der Alkoholgehalt durch Beigabe von Wasser herabgesetzt.

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Brand oder Geist, die Zubereitung macht den Begriff

Ob es ein Brand oder ein Geist in der Flasche steckt wird ausschließlich nach der Zubereitung von Spirituosen beurteilt.

Werden Spirituosen aus vergorener Maische erzeugt, spricht man in Kennerkreisen von Brändern. Brände werden auch als Wässer bezeichnet, was jedoch nichts mit dem kühlen Nass zu tun hat. Typische Brände sind der Birnenbrand oder das Kirschwasser. In jedem Fall muss der Rohstoff ausreichend Zucker besitzen, damit bei der Vergärung Alkohol entstehen kann.

Anders verhält es sich beim Geist. Hier wird der Rohstoff in Alkohol eingeleigt. Diese Prozedur wird als „mazerieren“ bezeichnet. Anders als bei Bränden sind die Rohstoffe aber nicht vergoren. Diese Art der Herstellung von Spirituosen wird angewendet bei Rohstoffen, die zwar viele Aromastoffe aber nur wenig Fruchtzucker enthalten, wie zum Beispiel Beeren. Ein beliebter Geist aus der Flasche ist der Himbeergeist.

Pflicht zur klaren Deklaration

Getränke mit Alkoholgehalt von mehr als 1,2 % Volumenprozent Alkoholgehalt unterliegen in der EU einer einheitlichen Kennzeichnungspflich. Diese wurde von der EU-Kommission vom 15. April 1987 in der Richtline 87/250/EWG geregelt. Die Richtlinie eränzt die Richtlinien 76/766/EWG und 79/112/EWG. Geregelt werden darin unter anderem die vereinheitlichung bei der Ettiketierung und der Angabe des Alkoholgehalts.

Alkoholgehalt – wie gemessen wird

Um den Alkoholgehalt von Spirituosen festzustellen, wird in der EU ebenfalls einheitlich vorgegangen. Zur Anwendung kommen dabei Alkoholmeter, auch als Dichtespindeln bezeichnet, die nach EU-Standard geeicht sind und unter Zuhilfenahme amtlicher Korrekurtafeln. Gemessen kann mit dieser Methode nur eine reine Alkohol-Wasser-Lösung. Daher muss bei den Meisten Destillaten eine Probedestillation vorgenommen werden.

Zulässige Abweichungen vom Alkoholgehalt bei Spirituosen

Der angegebene Alkoholgehalt von Spirituosen darf geringflügig vom tatsächlichen Alkoholgehalt abweichen:

Beim Bier mit höchstens 8,5 % Vol. darf die Abweichung 0,5 & Vol. betracgen. Eine Abweichung von 0,5 % Vol. ist auch bei alkoholhaltigen Getränken aus Weintrauben nach der Tarifstelle 22.07 B II erlaubt.

Bei Bier mit mehr als 5,5 % Vol. und bei Getränken aus Wein nach der Tarifstelle 22.07 B I darf die Abweichung 1 % Vol. betragen. Diese Abweichung gilt auch für Apfelwein, Birnenwein und vergleichbaren alkohlischen Getränken, die aus gegorenen Früchten oder gegorenen Honig hergestellt wurden.

Bei Spirituosen, die aus eingelegten Früchten oder Teilen von Pflanzen hergestellt wurden, darf die Abweichung 1,5 % Vol. betragen.

Bei allen anderen alkoholischen Getränken wird eine Abweichung von 0,3 % Vol. toleriert.

Besteuerung von Spirituosen

Für Schnaps, Branntwein und Co wird in Deutschland eine Verbrauchsteuer eingehoben, die dem Bund zugute kommt. Verwaltet werden die Steuereinnahmen von der Bundesmonopolverwaltunf für Branntwein. Für jeden Liter puren Alkohols müssen in Deutschland 13,03 Euro an Steuern abgeführt werdne. Die Einnahmen aus den Steuern beliefen sich im Jahr 2001 auf satte 2,1 Milliarden Euro. Die Steuern auf Spirituosen erklären die teils hohen Preise in den Regalen der Supermärke und anderer Händler. Diese steuerliche Maßnahme betrifft Produkte aus der Verschlussbrennerei. Hier wird der enthaltene Alkohol versteuert. Bei der Abfindungsbrennerei wird auf den amtlichen Verschluss verzichtet. Hier wird die Steuer im Voraus entrichtet. Als Basis dient die zu erwartende Alkoholmenge aufgrund der Quantität und der Qualität des Rohmaterials.

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Liste von Spirituosen

Branntwein aus Wein

  • Branntwein
  • Weinbrand
  •     Armagnac (Branntwein)
  •     Cognac
  •     Divin
  •     Pisco

Spirituosen aus Nebenprodukten der Weinherstellung

  • Tresterbrand oder Trester aus den Pressrückständen der Weinkelterei
  •     Grappa in Italien und in der italienischsprachigen Schweiz
  •     Treber in Österreich
  •     Marc in Frankreich und der französischsprachigen Schweiz 
  •     Tsikoudia und Tsipouro in Griechenland
  •     Orujo in Spanien
  •     Tschatscha in Georgien
  •     Komovica in Balkanländer
  • Hefebrand 

Obstbrände

  • aus Obstwein
    • Calvados (Frankreich), aus Cidre
  • aus Obstmaische
    • Apfelbrand, aus Äpfeln
    • Träsch (Innerschweiz), aus Birnen und Äpfeln
    • Kirschwasser, aus Kirschen
    • Eau de vie (Frankreich), aus Äpfeln, Birnen, Mirabellen, Pflaumen, Kirschen oder Himbeeren
    • Zwetschgenwasser; Slivovic (Serbien, Kroatien, Slowenien), aus Zwetschgen
    • Mirabellenbrand
    • Vieille Prune Pflaumenschnaps
    • Marillenbrand, aus Aprikosen
    • Schlehenbrand, aus Schlehdorn
    • Birnenbrand; Williams sortenrein aus der Williams Christ Birne; Subirer sortenrein aus Sau-Birnen
    • Quittenbrand, aus Quitten
    • Dirndlbrand, aus der Kornelkirsche
    • Mournoraki (Kreta), aus Maulbeeren
    • Pálinka (Ungarn), aus Äpfeln, Birnen, Pflaumen oder Marillen
    • Țuică (gesprochen /'ʦuj.kə/) aus Rumänien.
    • Zibärtle oder Zibartenbrand aus der Zibarte
    • Elsbeerbrand, frz. „Alisier“, aus den Früchten des Elsbeerbaums
    • Vogelbeerbrand aus der Vogelbeere oder Eberesche

Obstgeiste

  • Brombeergeist
  • Himbeergeist
  • Schlehengeist

Getreidebrände

Brände auf Basis von Getreide (können teilweise auch aus Kartoffeln hergestellt werden).

  • Korn - Kornbrand wird nur aus dem vollen Korn von Weizen, Gerste, Hafer, Roggen oder Buchweizen hergestellt.
  • Korn mit mindestens 32 % Vol. Alkohol
  • Kornbrand mit mindestens 37,5 % Vol. Alkohol; meistens als Doppelkorn mit 38 % Vol.
  • Weizenkorn oder Weizendoppelkorn

Whisk(e)y

  • Schottischer Whisky (Scotch Whisky)
  • Irischer Whiskey (Irish Whiskey)
  • Amerikanischer Whiskey (Bourbon, Rye, Corn)
  • Kanadischer Whisky (Canadian Whisky)
  • Japanischer Whisky
  • Siehe auch: Single-Malt-Whisky

Wodka

Wodka ist aus Getreide (Roggen, Weizen), Kartoffeln oder Melasse gebrannt und auch aromatisiert (Zitrone, Mandarine, Vanille, Schwarze Johannisbeere) erhältlich. Reiner Wodka ist fast geschmacksneutral, da das Destillat mittels Aktivkohle von Fuselölen und Aromen befreit wird.

Reis

Spirituosen aus Reis finden sich in allen asiatischen Ländern

  • Mekhong – Thai-Whiskey aus Reis
  • Ruou – vietnamesischer Reisschnaps
  • Kome-Shōchū – japanischer Reisschnaps, der auf Eis oder mit heißem Wasser verdünnt getrunken wird
  • Lao Khao – ist eine Spirituose aus Thailand, die aus Klebreis destilliert wird.

Hirse

  • Maotai – chinesischer Hirseschnaps
  • Waragi – aus Uganda

Brände aus Wurzeln oder Knollen

  • Enzian aus der Wurzel des gelben Enzian
  • Bärwurz
  • Blutwurz
  • Topinambur
  • Soju – koreanischer Süßkartoffelschnaps

Brände aus Zuckerrohr

  • Rum: meist aus Melasse, seltener Sirup oder Zuckerrohrsaft
  • Cachaça: aus grünem Zuckerrohr und Zuckerrohrsaft

Likör

  • Amaretto
  • Creme de Cassis
  • Eierlikör 
  • Galliano
  • Grand Marnier

Spirituosen mit Wacholder

Basis für Wacholderschnäpse sind Agraralkohol oder Getreidebrände, die erneut gebrannt werden. Dabei werden entweder die Alkoholdämpfe über die Wacholderbeeren geleitet oder es werden Wacholderbeeren zusammen mit dem Alkohol in die Brennblase gefüllt und gemeinsam destilliert. Es dürfen zusätzlich auch weitere würzende Stoffe zugegeben werden, der Wacholdergeschmack ist jedoch immer die Hauptkomponente.

  • Gin
  • Genever
  • Steinhäger

Spirituosen mit Anis (Anisées)

  • Arak, verbreitet vor allem in Syrien, Jordanien, Israel, Palästina, im Libanon und Irak.
  • Ouzo wird durch Destillation oder Einmaischen mit Anis- und gegebenenfalls Fenchelsamen, des Mastix eines auf der Insel Chios beheimateten Mastixstrauchs und von anderen würzenden Samen, Pflanzen und Früchten aromatisiert und stammt ausschließlich aus Griechenland. Ouzo muss farblos sein und darf einen Zuckergehalt von bis zu 50 Gramm pro Liter haben.
  • Pastis enthält außerdem natürliche Extrakte aus Süßholz und hat einen Zuckergehalt von weniger als 100 Gramm pro Liter.
  • Rakı in der Türkei und auf dem Balkan
  • Sambuca – italienischer Digestif aus Anis, der mit verschieden Kräutern und Gewürzen aromatisiert ist, einen hohen Zuckergehalt und einen für einen Likör untypisch hohen Alkoholgehalt von etwa 40 % Vol. aufweist.

Spirituosen mit bitterem Geschmack oder Bitter

Absinth Spirituose zwischen 45 und 85 Volumenprozent mit Wermut, Anis, Fenchel sowie einer Reihe weiterer Kräuter

Was und wieviel Deutschland trinkt

1960 trank jeder Deutsche im Schnitt 4,2 Liter Branntwein. SO sagt es zumindest die Statisik. Seither ist der statistische Pro-Kopf-Verbrauch gestiegen. Im Jahr 1976 lag er bereits bei 8,4 Liter, im Jahr 1991 bei jährlichen 6,21 Litern in den alten Bundesländern und 12,9 Litern in den neuen Bundesländern. Der Verbrauch in den neuen Bundesländern passte sich in dern 90er Jahren aber jendem der alten Bundesländer an. 2010 lag der bundesweite statistische Verbrauch bei 5,4 Liter je Einwohner.

Der jährliche Verbrauch von Spirituosen je Einwohner lag in Deutschland im Jahr 1960 bei 4,2 Liter. In den folgenden Jahren stieg der durchschnittlich Verbrauch und erreichte seinen Höhepunkt 1976 mit 8,4 Liter. Seither sinkt der Verbrauch von Spirituosen. In den Jahren 2009 und 2010 lag der durchschnittliche Jahresverbrauch Verbrauch in Deutschland bei 5,4 l.iter.

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