Spielsucht - das Leiden mit der Glücksspielsucht

Spielsucht - das Leiden mit der Glücksspielsucht

© Rainer Sturm / pixelio.de

Spielsucht - das Leiden mit der Glücksspielsucht

Die Glücksspielsucht ist eine der ernsthaftesten Erkrankungen, denen man erliegen kann. Dabei kann die Spielsucht fatale Konsequenzen für das weitere Leben haben.

Glücksspielsucht - Wenn die Spielsucht das Leben bestimmt

>

Spielen ist nicht nur ein Zeitvertreib - es liegt den Menschen im Blut. Seit den Anfängen der Geschichte, stellt das Spielen ein Mittel der sozialen Reifung dar. Kinder können auf diese Weise ihre eigene Kreativität entdecken und sie finden einen Weg zur Selbstständigkeit, da sie sich im Spiel selbst organisieren müssen. Aber auch bei Erwachsenen hat es immer noch eine wesentliche Bedeutung. Das Spielen bietet die Möglichkeit, etwas Abstand vom Alltag zu bekommen. Dies gilt sowohl für Spiele mit mehreren Teilnehmern, als auch für Computerspiele. Eine andere Form des Spielens ist das Glückspiel. Hier geht es in erster Linie nicht um den Spass, sondern um das Gewinnen. Dabei dürfte es in den meisten Fällen um Geld und manchmal auch um Sachpreise gehen. Doch gerade hier liegt nicht nur der Anreiz, sondern auch eine große Gefahr.

Wenn das Spielen zur Sucht wird

Auch beim Glücksspiel steht an erster Stelle die Unterhaltung. Doch hier kann das Spielverhalten schnell außer Kontrolle geraten. Bei der Spielsucht weisen die Betroffen ein sehr riskantes Verhalten beim Einsatz auf. Dieses pathologische Spielverhalten, welches auch als Glücksspielsucht bezeichnet wird, gehört zu den psychischen Störungen. Im ICD-10ist sie unter der Bezeichnung DSM-IV klassifiziert. Bei der Glücksspielsucht wird der Drang zu Spielen unwiderstehlich groß. Die Spielsucht verursacht dabei einen Kontrollverlust, der zu riskanten und sehr hohen Einsätzen führen kann. So kann es schnell zum Totalverlust des Einsatzes oder des ganzen Vermögens kommen. Viele, die unter Spielsucht leiden, ruinieren sich durch die Verluste, fast selbst.

Der Alltag mit der Spielsucht

Die Triebfeder hinter dem beschriebenen Verhalten bei der Glücksspielsucht, ist der Versuch, die Verluste wieder auszugleichen. Aus diesem Willen heraus, beginnt die Spielsucht, den Alltag zu beherrschen. Termine jeder Art werden nicht mehr wahrgenommen und auch soziale Kontrakte bleiben auf der Strecke, denn der Betroffene begibt sich in der Regel eher an den Spielautomaten oder an die Spieltische, um dort sein Geld zu setzen. Sind die Verluste zu hoch, so nehmen sich viele Betroffene vor, nicht mehr zu spielen. Allerdings sind diese Vorhaben ohne Hilfe in der Regel von wenig Erfolg gekrönt, denn die Spielsucht übernimmt sehr schnell wieder die Führung. Bei der Glücksspielsucht ist zu bemerken, dass die betroffenen immer wieder eigene Glaubensätze in den Raum stellen. So sagt man sich vielleicht selbst, dass man ja aufhören könnte, wenn man es wirklich will. Oftmals entstehen diese Glaubenssätze aber nur aus dem Mangel an Geld. Dieses wieder ausreichend Verfügbar, so wird meist noch massiver gespielt und die Spielsucht nimmt größere Auswüchse an. In Analogie zu anderen Süchten muss quasi auch hier die Dosis erhöht werden. Dies führt dazu, dass man bei der Spielsucht noch mehr Geld setzt, und somit noch mehr Verluste generiert werden.

Wenn das Geld fehlt

Wie bei jeder anderen Sucht auch, führt das Nichtspielen zu Entzugserscheinungen. Bei der Glücksspielsucht kann sich dies durch innere Unruhe und sehr starke Reizbarkeit äußern. In einigen Fällen können die Betroffenen anderen gegenüber auch regelrecht aggressiv werden. Hinzu kommen Konzentrationsstörungen, welche sich bis zu Schlafstörungen auswachsen können. Hier wachen die Betroffenen das schweißgebadet auf und der Drang zum Spielen scheint fast übermächtig zu sein. Auch Depressionen, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit können Begleiterscheinungen einer Spielsucht sein. Verfügt der Betroffene noch über eine gewisse Bonität, so kann es richtig gefährlich werden. Hier werden dann Kredite aufgenommen oder es wird sich Geld von Freunden geliehen, welches im Nachhinein dann nicht mehr zurückgezahlt werden kann. In extremen Fällen der Glücksspielsucht geht dann auch noch der Job verloren, es wird gelogen und es werden kriminelle Handlungen unternommen, um an neues Geld zum Spielen zu gelangen.

Physiologie der Spielsucht

Die Glücksspielsucht ist eine Sucht, die ohne die Einnahme fremder Substanzen verursacht wird. Allerdings ähneln die Symptome der Spielsucht denen von Kokain. Hierbei werden im Hirn sehr viele Neurotransmitter wie Noradrenalin und Dopamin ausgeschüttet. Die Transmitter verursachen ein Hochgefühl, welches beim Spielen dann ein gutes Gefühl hervorrufen. Das Belohnungszentrum wird aktiviert, und der Betroffene der Spielsucht, wird stets wieder nach diesem Gefühl streben. Allerdings baut das Gehirn diese Wirkstoffe wieder ab, sodass im Laufe der Zeit der normale Zustand wiederhergestellt wird. Mit diesem Abbau verbunden, geht auch das Hochgefühl wieder verloren, was dann zu den Entzugserscheinungen führt. Um das Gefühl wieder zu erhalten, muss das Spielverhalten dann gesteigert - es müssen also immer noch riskantere Einsätze getätigt werden. Die Toleranzsteigerung muss bei jedem Schritt weiter angehoben werden.

Unterordnung des Verstandes

Diese Vorgänge laufen bei einer Glücksspielsucht nicht bewusst ab. Der Verstand ordnet sich als diesem Prozess unter, sodass soziale Bindungen darunter leiden und die eigene Persönlichkeit dabei in den Hintergrund tritt. Personen, die Abhängig von bestimmten Substanzen sind, zeigen dabei ein ähnliches Krankheitsbild. In dieser Weise ähnelt die Glücksspielsucht der Abhängigkeit von Medikamenten oder auch Alkohol. Eine spezifische Ähnlichkeit besteht auch zu den Symptomen bei Essstörungen.

Langfristige Folgen

Die Spielsucht kann auch eine gentische Grundlage haben - dies wird bei anderen vergleichbaren Süchten, auch vermutet. Am Ende einer solchen Sucht können Persönlichkeitsveränderungen oder Angststörungen stehen. Betroffen sind zu zwei Drittel vor allem Männer, wobei ein Drittel der Süchtigen aber auch Frauen sind. Hier ist zu bemerken, dass anders als Männer, Frauen oftmals keine Beratungsstelle aufsuchen.

Das könnte Sie auch interessieren