Snapchat: Download, Smilyes, SMS, Namen, Kontakte, Stars... Was ist Snapchat?

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Was ist Snapchat? Diese Frage stellen sich Social Media Nutzer derzeit öfters, gilt Snapchat doch als neuer App-Stern und kann sich über steigende Userzahlen freuen.

Was ist Snapchat?

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Im Prinzip ist Snapchat nichts anderes als eine weitere Instant Messaging App für Smartphones und Tablets. Der Unterschied liegt in der Darstellung von versendeten Bildern. Während übrige Apps Bilder dauerhaft anzeigen bzw. auf dem Endgerät speichern, werden diese bei Snapchat nur wenige Sekunden angezeigt. Jedoch ist es mit relativ einfachen Mitteln möglich, direkt in die Ordnerstruktur der App vorzudringen um die auf dem Endgerät in dieser normalerweisen versteckten Struktur vorhandenen Bilder zu sichern.

Junger Dienst mit Potential

Zwar existiert Snapchat in seiner jetzigen Form erst seit dem Jahr 2011, doch Analysten sehen in Snapchat den größten Konkurrenten für das weltweit führende soziale Netzwerk Facebook. Gerade bei jüngeren Nutzern hat sich Snapchat schon an die Spitze gesetzt. So wurden beispielsweise im September 2014 mehr als 350 Millionen Nachrichten verschickt. Trotz der Beliebtheit gerät Snapchat immer wieder in die Kritik, da trotz der lediglich kurzen Bildeinblendung diese dennoch auf dem Gerät unbewusst gespeichert werden und somit per entsprechenden Tools aufgespürt werden können. Gerade Eltern zeigen sich über diese App besorgt und fragen sich "Was ist Snapchat?".

Mitgründer klärt Eltern in der Frage "Was ist Snapchat?" Auf

Um besorgten Eltern die Zweifel vor der iOS- und Androidapp zu nehmen, sah sich der 25jährige Snapchat Mitgründer Evan Spiegel dazu berufen, Eltern das Prinzip der App zu erklären um Verständnis dafür zu erlangen, warum ihre Kinder möglicherweise hunderte Fotos am Tag schießen. Allerdings ließ die Präsentation der Erklärung durchaus zu wünschen übrig. Statt in einem aufwendig konzipierten Präsentationsvideo, wurden Eltern mit einem kurzen und nicht sonderlich hochwertigen Youtubevideo quasi abgespeist.

Sexting den Riegel vorschieben

Seit den Anfangszeiten werden neben herkömmlichen Nachrichten und Alltagsfotos vor allem Nacktbilder zum sogenannten Sexting versendet. Dies trug ebenfalls verstärkt dazu bei, dass Snapchat nicht das beste Bild in der breiten Öffentlichkeit abgab. Aber auch Experten stellten sich aufgrund der starken expliziten Nutzung die berechtigte Frage "Was ist Snapchat?"; ein wirklicher Social Media Konkurrent für Twitter, Facebook, Instagram und Co. oder lediglich ein kurzer Trend, dessen Blase schnell zu platzen droht?

Um die Entwicklung in die erstgenannte Richtung zu lenken wurden seitens der Entwickler zahlreiche neue Features eingebaut. So ist es beispielsweise möglich, politische Nachrichten etwa von der Washington Post, zu empfangen. Daneben haben Nutzer die Möglichkeit, Freunden mittels Snapchat Stories interessante Punkte aus dem eigenen Leben näher darzulegen. Weiterhin ist es geplant, ein virtuelles Tagebuch zu führen bei welchem die Bilder nicht bereits nach wenigen Sekunden gelöscht werden sondern für maximal 24 Stunden auf dem Endgerät sichtbar sind.

Viele Nutzer, viele Sicherheitslücken

Das Unternehmen, welches von den beiden Snapchat Gründern Evan Spiegel und Robert Murphy geführt wird, muss sich auch starker Kritik aus dem Umfeld von Sicherheits- und Datenschutz erwehren. Denn Sicherheitsprobleme scheinen seit jeher fester Bestandteil von Snapchat zu sein und werden nicht immer mit letzter Konsequenz seitens der Entwickler bekämpft. So informierten Datenschützer die Firma im August 2013 über eine massive und schwerwiegende Sicherheitslücke. Doch statt diese Lücke kurzfristig per Update zu schließen erfolgte noch nicht mal eine Reaktion von Spiegel und Kollegen. Dadurch sahen sich die Datenschützer gezwungen, die Öffentlichkeit mit dem Problem zu konfrontieren und stellten 4,6 Millionen Datensätze von Nutzern auf die eigene Internetseite. Das Problem wurde letztendlich erst im Januar 2014 erfolgreich behoben.

Zu einem weiteren Problem kam es im Februar diesen Jahres, als es Hackern gelang, Snapchat so zu manipulieren, dass unzählige Nachrichten an Nutzer versand werden konnten. Damit stand Spam-Mail Anbietern quasi Haus und Hof offen, die Snapchat Nutzer beklagten nicht nur eine Flut entsprechender Werbemails sondern teilten vielfach mit, dass sich Snapchat und das Gerät in Folge der Mitteilungswelle aufhängten.

Datenpanne durch Hackerangriff

Der kurzfristige Spaß mit dem Versenden möglicherweise persönlicher oder intimer Fotos mag zwar für die Nutzer auf den ersten Blick keine negativen Auswirkungen haben, kann sich aber möglicherweise langfristig gesehen als Problem herausstellen. So etwa auch der Vorfall aus Oktober 2014, bei dem es Hackern gelang, 200.000 private Bilder von den Snapchat Servern zu kopieren und diese per Filehoster im Internet zu verbreiten. Und einmal im Internet kann eine jugendliche Dummheit schnell zu einem lebenslangen Problem führen. Da gerade Teenager Snapchat ausgiebig nutzen und es sich um viele Nacktbilder unter den insgesamt 13 GB Daten handelt, wurde somit eindeutig kinderpornografisches Material verbreitet, was nicht nur bei Datenschützern sondern auch bei den Eltern geschädigter User für einen Aufschrei sorgte. Um möglichst wenig Imageschaden zu erlangen, versicherten die Eigentümer, dass die Server nicht gehackt wurden. Vielmehr seien Apps von Drittanbietern für den Verlust der Daten verantwortlich, da diese die Daten auf eigenen Servern zwischengespeichert hätten. Somit habe Snapchat an sich nichts mit dem Datenverlust zu tun und das Material der knapp 50 Millionen minderjähriger Nutzer sei sicher.

Eindringliche Warnung an Nutzer

Dennoch sah man sich bei Snapchat genötigt klar zu stellen und darauf hinzuweisen, dass vor allem private Intimfotos nichts auf Geräten verloren haben, welche mit dem Internet kommunizieren können. Zu schnell können diese Daten nach einem Hackerangriff im Internet landen und sich dadurch schnell zum Problem für die abgebildeten Personen entwickeln. Spezielle Vorkehrungen um Snapchat vor zukünftigen Angriffen von Hackern zu schützen konnten jedoch bislang nicht wirklich verzeichnet werden.

Was ist Snapchat? Keine einfache Beantwortung möglich

Die Bemühungen der Entwickler, Snapchat zum konkurrenzfähigen sozialen Netzwerk auszubauen, sind mit Sicherheit ehren- und vor allem erstrebenswert und auch zukunftsträchtig. So ist bereits mit der Funktion Snapcash die nächste Entwicklungsstufe in Arbeit, welche es ermöglichen soll, Geldtransaktionen zwischen einzelnen Nutzern per Snapchat zu tätigen. Nicht nur Kinderschützer sehen diesen Schritt jedoch mehr als kritisch an. Da es Snapchat bislang nicht geschafft hat, dass sogenannte Sexting in halbwegs korrekte Bahnen zu lenken, könnten sich vor allem für kinderpornographisches Material ein neuer Markt ergeben. Und das dürfte trotz aller steigender Nutzerzahlen in keinster Weise im Interesse von Snapchat liegen. Sollten diese Probleme, welche nicht unbedingt mehr als Kinderkrankheiten abgestempelt werden können, behoben werden, dürfte sich das angestrebte Aufholen auf Facebook durchaus positiv gestalten. Anderenfalls dürfte die Erfolgsgeschichte von Snapchat selbst bald Geschichte sein.

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