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Auch wenn die Medion AG vor allem als Lieferant von großen Handelsketten bekannt ist, steckt hinter der Marke weit mehr als Discountware zu günstigen Preisen.

Deutsches Unternehmen mit chinesischem Know-How

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Die auf elektronische Endgeräte vor allem im Bereich der Computer und Notebooks spezialisierte Firma Medion hat ihren Geschäftssitz als Medion AG in der ehemaligen Gustav-Heinemann-Kaserne im Essener Vorort Kray. Mit dem Einstieg des chinesischen Elektronikherstellers Lenovo, welcher 61% der Aktien der Medion AG im Jahr 2011 erwarb, konnte die Position am Markt ausgebaut werden. Über einen Optionskauf erhöhte Lenovo im Jahr seine Anteile auf 79,8% welche sich auf aktuell 87,5% beläuft. Bis zur Übernahme im Jahr 2011 durch Lenovo und nach der Liquidation des Unternehmens Fujitsu Siemens Computers galt die Medion AG als größter unabhängiger Computerhersteller Deutschlands und Europas.

Firmenprofil der Medion AG

Medion besitzt deutschlandweit mehrere Niederlassungen, etwa in Mülheim an der Ruhr, Oberursel, Essen sowie in Plochingen, wo sich der Sitz der seit 2004 insolventen 4MBO International Electronics AG befindet, deren Vermögensnachfolger Medion ist. Weitere Niederlassungen von Medion befinden sich im europäischen Ausland, Hong Kong, den USA und Australien. Dabei wurden die Niederlassungen in den USA zwischenzeitlich aufgrund des Rückzuges vom US-amerikanischen Markt geschlossen, bevor im Dezember 2013 ein Neustart auf diesem Markt unternommen wurde.

Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006605009
Gründung 1983
Sitz Essen, Deutschland
Leitung Gerd Brachmann,Vorstandsvorsitzender
Rudolf Stützle,Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 1.007
Umsatz 1,277 Mrd. EUR
Branche Informationstechnik und Elektronik
Website www.medion.de

Kooperationspartner großer Handelsketten

Neben dem Vertrieb eigener Produkte über entsprechende Shops beliefert Medion zahlreiche deutsche Großhandelsketten. Zu den Kunden zählen neben Aldi, Real und Tchibo auch MediMarkt, Karstadt und Marktkauf. In Österreich sind Produkte von Medion aufgrund der Kooperation mit Aldi in den Filialen von Hofer erhältlich, in der Schweiz bietet das Unternehmen Auszüge aus seinem Portfolio über Interdiscount, Coop und Landi an.

Breite Produktpalette im Konsumelektroniksektor

Die Produktpalette von Medion umfasst ausnahmslos Produkte im Bereich der Endverbraucherelektronik. Das Angebot lässt sich grob in drei Teilbereiche gliedern:

PC- und Multimediaelektronik – Angebot von PCs, Notebooks, LCD-Bildschirme, Scanner, Drucker und entsprechender Software

Unterhaltungselektronik – Produkte wie etwa Fernseher, LCD- und Plasmabildschirme, DVD-Player und -Recorder, Festplattenrecorder und Receiver

Kommunikationstechnik – hierunter fallen etwa SAT-Systeme, Decoder, Telefone, Faxgeräte und Anrufbeantworter

Sämtliche Produkte sind anhand der Modellnummer beginnend mit MD identifizierbar, ältere Produkte können noch die Modellnummer mit einem vorgesetzten LT aufweisen. Neben der Marke Medion vertreibt die Medion AG gerade im Discoutbereich auch die Marke Lifetec.

Der Hauptschwerpunkt des Unternehmens liegt auf Computern, Notebooks, Navigationssystemen, Smartphones und TV-Geräten. Die Produkte für die jeweiligen Handelspartner fertigt Medion nach dem sogenannten Build-to-Order-Prinzip, was bedeutet, dass die Partner sich nicht direkt an den bereits angebotenen Produkten von Medion bedienen sondern gesonderte Geräte hierfür gefertigt werden, welche sich unter Umständen jedoch nur marginal von anderen Geräten des Herstellers unterscheiden.

Einstieg in den mobilen Markt und Erweiterung des Angebots

Seit dem Jahr 2005 tritt Medion als Kooperationspartner von E-Plus als Mobilfunkanbieter mit der eigens kreierten Marke Medionmobile auf, welche beispielsweise hinter dem Prepaid-Angebot von Aldi unter der Bezeichnung Aldi Talk steht. Ende 2011 präsentierte Medion in Zusammenarbeit mit Olivetti den ersten Tablet-PC des Unternehmens auf den Markt, Anfang 2012 folgte in Kooperation mit dem chinesischen Hersteller ZTE das erste eigene Smartphone, welches auf Android Basis arbeitet. Im April 2014 stellte Medion den ersten UHD-Fernseher der Marke vor.

Freemail Angebot nicht wie erhofft

Neben den reinen Geräten bot Medion eine Zeit lang über Microsoft Windows Essentials den Freemail Service MedionMail an, womit unter Microsoft Outlook ein eigenes MedionMail-Konto erstellt werden konnte und E-Mails über die Domain medionmail.com versendet werden konnten. Aufgrund der geringen Nachfrage wurde dieser Dienst allerdings wieder eingestellt.

Firmengeschichte der Medion AG

Im Jahr 1983 wurde das Unternehmen als Brachmann & Linnemann OHG gegründet und nur zwei Jahre später in „Medion, Brachmann & Linnemann OHG“ umbenannt. Der Börsenstart des Unternehmens erfolgte am 02. Oktober 1998 und konnte bis 2004 stets starke Umsatzzuwachse verzeichnen. Aufgrund der aufkommenden Konsumflaute sowie die Abhängigkeit von den Handelspartnern als Vertriebsfelder gingen diese danach jedoch zurück was sich vor allem auf den Gewinn auswirkte worüber das Unternehmen seine Aktionäre bei der Hauptversammlung 2005 erstmals in Kenntnis setzte. Der Rückgang nahm weiterhin zu, wodurch Medion im Jahr 2006 erstmals in seiner Firmengeschichte Verluste verzeichnen musste.

Der im März 2008 veröffentlichte Jahresbericht für 2007 konnte jedoch wieder eine leichte Umsatzsteigerung von 3,4% auf 1,66 Milliarden Euro verzeichnen sodass ein Jahresüberschuss von 20 Millionen Euro verzeichnet werden konnte.

Im Juni 2011 stieg der chinesische Elektronikhersteller Lenovo mit insgesamt 629 Millionen Euro bei der Medion AG ein. Pro Aktie wurden den Aktionären 13 Euro angeboten, wodurch über 60% der Aktien von Medion in den Besitz von Lenovo übergingen. Der bis dato als Mehrheitsaktionär geführte und als Vorstandsvorsitzender tätige Gerd Brachmann konnte mit dem Verkauf von 17,75 Millionen Aktien einen Gewinn von 230 Millionen Euro verzeichnen. Dank weiterer Zukäufe besaß Lenovo bereits im Juli 2011 insgesamt 75% der Anteile an der Medion AG.

Betätigung von Medion als Sponsor

Medion trat in den vergangen Jahren vermehrt als Sponsor gerade im Bereich des Sports als Sponsor auf. So wurde etwa bei der Tour de France das Team Bianchi mit dem ehemaligen Sieger Jan Ullrich, genauso wie seit 2007 der FC Bayern durch das Unternehmen gesponsert. Weiterhin agiert Medion als Sponsor bei Rot-Weiß Essen und als Privatsponsor von Rennfahrer Adrian Sutil. Neben den klassischen Sportfeldern sponsert Medion zunehmend den E-Sport und tritt hierbei etwa als Partner der Electronic Sports League und der Teams mousesports und SK Gaming auf.

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