Google Mail Test: Kostenlose E-Mail, App, Speicher...

Google Mail

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Als Suchmaschine ist Google sehr bekannt, aber auch als Freemailer kann Google Mail punkten. Enorme Kapazitäten und die Vernetzung mit eigenen Diensten machen ihn beliebt

Die Geschichte der E-Mail

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Die Universität Karlsruhe vermeldet am 3. August 1984, dass erstmals eine E-Mail Deutschland erreichte. Die Nachricht kam aus den USA und benötigte dafür 16 Stunden. Bereits fünf Jahre später, 1989, ist die Nutzung des Internets auch für Privatpersonen möglich. Durchschnittlich werden täglich ungefähr fasr 20 E-Mails von privaten Nutzern versendet und landen innerhalb weniger Sekunden beim Empfänger. Im Laufe der Jahre ergaben sich durchs Internet ungeahnte Möglichkeiten wie zum Beispiel das Online-Shopping, die Installation von Apps oder die Teilnahme an sozialen Netzwerken. Mit der elektronische Post kamen auch diverse kostenlose Dienste, die uns mit Werbung überhäufen und unsere Daten verwerten. Um Kundschaft zu gewinnen, erlauben sie üppige Dateianhänge und unbegrenzte Postfächer. Auch die Einrichtung von Adressen unter Decknamen ist kein Problem, teilweise um anonym Newsletter von Firmen einzurichten.

Google Mail – einfache Einrichtung

Google machte sich in erster Linie als Suchmaschine einen Namen, aber auch als Freemailer mit viel Speicherplatz ließen sie einst aufhorchen. Google Mail punktet mit einem hohen Leistungsvermögen, Kapazität und der Integration an den eigenen Online-Speicher oder weiteren Diensten von Google. Der Nutzer kann kostenlos per E-Mail sein Postfach abrufen, allerdings kritisieren Spezialisten der Branche den sorglosen Umgang von Google mit den Nutzungsdaten. Im Jahr 2004 erschien der Freemail-Anbieter Gmail auf dem Markt. Die Branchengrößen GMX, Web.de oder Yahoo!Mail stellten eine Postfachgröße von 20 Megabyte kostenlos zur Verfügung. Google Mail bot dem gegenüber einen Online-Speicher von einem Gigabyte und brachte damit viel Bewegung in die Branche. Letztendlich blieb der Konkurrenz nichts anderes übrig als mitzuziehen. So bietet Yahoo!Mail zum Beispiel Speicherplatz von einem Terabyte an, Gmail noch satte 15 Gigaybte. Wer zukünftig einen E-Mail Stau vermeiden will, muss nicht durch Löschen Platz schaffen. Er kann größere Dateien, bis maximal 25 Megabyte, problemlos vom Google Drive-Konto aussuchen und versenden.

E-Mail-Darstellung mal anders

Google Mail lagert die elektronische Post mittlerweile in E-Mail-Tabs ab. In dem Reiter „Posteingang konfigurieren“ können unterschiedliche Tabs ausgewählt werden, zum Beispiel allgemeine oder die der sozialen Netzwerke. Manche E-Mail Programme hinterlegen die Nachrichten als einzelne Dokumente im Posteingang. Nicht so Google Mail, deren Software die Antworten auf eine vorausgegangene Nachricht selbstständig eingruppiert. Dadurch können die einzelnen Kommunikationswege sehr leicht nachvollzogen werden. Google Mail bietet darüber hinaus die Möglichkeit seine Mails mit „Labels“ zu versehen, um das Postfach übersichtlicher zu gestalten. So können beispielsweise Ebay-Auktionen mit dem beliebigen Label „Ebay Artikel X“ gekennzeichnet und später in der Navigation die entsprechenden Mails leicht gefunden werden.

Google Mail sortiert neu

Für das Design stehen fünf verschieden Arten zur Verfügung: "Standard", "Wichtige zuerst", "Ungelesene zuerst", "Markierte zuerst" und "Sortierter Eingang". Wenn der Nutzer z.B. die Ansicht "Sortierter Eingang" wählt, wird das Postfach in die Rubriken "Wichtig", "Markiert" und "Alles andere" unterteilt. Die Ansicht im Tab aktiviert sich unter der Ansicht Postfach-Art "Standard". Wenn der Nutzer mit einer bestimmten Person oft kommuniziert, werden diese E-Mails als wichtig eingestuft. Eine individuelle Verbesserung kann der Nutzer dahingehend vornehmen, dass eigene Filter generiert und E-Mails als "ungelesen" oder "wichtig" markiert.

Die Protokolle POP3 und IMAP umsonst

Wem die Google Mail Ansicht des Postfaches zu öde ist, kann dank vieler Design-Vorlagen Änderungen vornehmen. Der Nutzer hat die Auswahl zwischen zahlreichen Farbdesigns, thematische Hintergründe wie "Steine" oder "Ozean" oder einer persönlichen Gestaltung mit eigenen oder anderen Fotos. Selbstverständlich lassen sich die Google Mail-Nachrichten mit einer externen Software auf dem Desktop abspeichern und eingruppieren. Ein Freemailer von Google hilft kostenlos beim Abruf über die Protokolle POP3 und IMAP. Wer den Google-Webbrowser Chrome installiert hat, verfügt über die Erweiterung Google Mail Notifier, die den Windows-User über die aktuelle elektronische Post informiert. Nach einem kostenlosen Download informiert ein Symbol in der Taskleiste über neue E-Mail, ohne den Webbrowser zu öffnen. Allerdings kann nur ein kurzer Text der eingetroffenen Nachricht angezeigt werden.

Postfach-Abruf von unterwegs

Wie nicht anders zu erwarten, kann natürlich auch von unterwegs per Smartphone auf die E-Mails zugegriffen werden. Das Konto kann in der Standard-Mail-App auf Handys wie dem iPhone und Android-Geräten zugefügt werden oder man ruft per Google Mail eine App für iOS und Android im Posteingang auf. Durch einen Desktop-Clienten ist auch eine Offline-Nutzung des Freemailers möglich. Die Suchmaschine Google hat aber auch eine Möglichkeit gefunden mit dem Browser Chrome E-Mails ohne Internet-Verbindung aufzurufen und zu versenden. Dafür ist die Installation der Google Mail Offline-App aus dem Chrome Web Store erforderlich. Eine ähnliche Funktion, die die App Google Gears für Firefox, Internet Explorer und Safari anbot, gibt es mittlerweile nicht mehr.

Sammelabruf über POP3 möglich

Die Funktion „Konten und Import“ in der Einstellung ermöglicht einen schnellen Abruf anderer Konten. Dafür ist lediglich die E-Mail-Adresse des Postfachs und das Passwort erforderlich. Das Unternehmen Google weist ausdrücklich darauf hin, dass Informationen zum Passwort nach dem Import sofort gelöscht werden. Nachteilig ist die Tatsache, dass sich der Abruf der Nachrichten sehr verzögern kann. Falls durch einen Umzug ein anderer Dienstleister in Anspruch genommen wird, aber noch auf der alten Adresse Nachrichten eintreffen, ist durch die Einrichtung „Weiterleitung und POP/IMAP“ in den Einstellungen eine Weiterleitung zu verschiedenen Konten möglich.

Die Funktionen Telefon und Chat

Durch Google Mail kann direkt ein Chat eingeleitet, ein Videogespräch über Googles Konferenz-Software Hangout oder auch ein Telefongespräch per Internet geführt werden. Vorab sollten allerdings Plug-Ins für Mac OS X, Windows und Linux installiert werden. Wer ins deutsche Festnetz telefonieren will, muss dafür drei Cent bezahlen, für Anrufe per Mobilfunk drei Cent pro Minute. Wie auf einem Konto kann durch Google Mail Geld dafür hinterlegt werden.

Die lästige Werbung

Google agiert sehr zurückhaltend im Bereich Werbung. Aber man sollte wissen, dass Das Unternehmen die eingehende Post sehr genau analysiert und dazu individuelle Werbeanzeigen einblendet – sehr zum Leidwesen mancher Datenschützer. Der Nutzer hat die Möglichkeit diese personalisierte und lästige Werbung auf der Einstellungsseite für Google-Anzeigen zu deaktivieren. Dennoch schaltet Google weiterhin werbung, die sich allerdings nicht mehr individuell nach dem Nutzer richtet. Unter Google Mail können Anzeigeneinstellungen angewählt werden, die unter Einstellungen/Wichtigkeitssignale für Anzeigen" zu finden sind.

Datenschützern kritisieren diese Vorgehensweise

Mit Verweis auf die Datenschutzbestimmungen wird Google kritisiert, weil persönliche Daten an Dritte weitergeben werden können. Der Anbieter sieht Formulierungen wie "... Zugriff auf diese Daten oder ihre Nutzung, Aufbewahrung oder Weitergabe..." nach "Treu und Glauben" als unabdingbar an,um "die Rechte, das Eigentum oder die Sicherheit von Google, unserer Nutzer oder der Öffentlichkeit vor Schaden zu schützen, soweit gesetzlich zulässig oder erforderlich." Darin sehen die Datenschützer die Gefahr, dass Daten weitergegeben werden können. Deshalb empfehlen sie bei allen Freemail-Anbietern solche Formulierungen genaustens zu studieren. Es ist durchaus möglich, dass sich die NSA Zugang zu den Daten verschafft. Eine weitere ungeklärte Frage betrifft die Lagerung der Daten. Dazu wird in den Datenschutzbestimmungen folgendes formuliert:“Google verarbeitet personenbezogene Daten auf unseren Servern, die sich in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt befinden. Daher verarbeiten wir Ihre personenbezogenen Daten gegebenenfalls auf einem Server, der sich außerhalb des Landes befindet, in dem Sie leben."

Sicherheit des Postfachs

Der Login und auch das Postfach von Google Mail sind üblicherweise per https abgesichert, die zusätzlich per SSL verschlüsselt ist. Diese Verschlüsselung kann ebenfalls beim Empfang und Versand per E-Mail angewendet werden. In einer Testphase erkannte Apple Mail die Absicherung per SSL automatisch und übernahm sie. Unglücklicherweise befanden sich die Daten auf den Servern unverschlüsselt. Für seinen kostenlosen E-Mail Dienst stellt Google keine telefonische Unterstützung zur Verfügung, aber im Forum steht eine umfangreiche Hilfsfunktion und eine Community zur Verfügung. Dort finden sich viele andere User und Mitarbeiter von Google helfen gerne bei spezifischen Problemen weiter. Hilfreich wäre die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das Mailprogramm möchte direkt nach dem Login einen Sicherheitskode, der vom Anbieter per SMS auf das Handy des Users versendet wird. Dazu kommt natürlich die Abfrage nach dem obligatorischen Passwort. Unterwegs muss eine Nachricht viele Stationen (Server) passieren. Das lädt Internetbetrüger geradezu ein. Im Frühjahr 2014 hieß die Parole: „Aktivieren Sie SSL“. Unter dem Begriff Transportwegverschlüsselung verbirgt sich die Abkürzung SSL - Secure Sockets Layer. Nachrichten werden auf dem Weg zwischen Servern und Internet verschlüsselt. Wer nun den Datenstrom zu kriminellen Mitteln „abgreifen“ will, kann ihn fassen, aber nicht mehr so leicht entziffern. Ein hundertprozentiger Schutz besteht darin nicht, aber es macht den Mailverkehr deutlich sicherer.

Die Vorteile und Nachteile von Google Mail

Der Freemailer bietet eine hohe Speicherkapazität und eine problemlose Anbindung an diverse Dienste aus dem Hause Google an. Der Nutzer verfügt über zahlreiche Einstellmöglichkeiten und die Online-Festplatte Google Drive bietet viele Variationsmöglichkeiten. Als nachteilig anzusehen ist, dass Google Mail keinem deutschen Datenschutz unterliegt und auf den Servern keine Verschlüsselung vorhanden ist. Schlüssel- und Schlagworte reichen aus, um E-Mails zu scannen. Man muss sagen, dass es sich um einen umfangreichen E-Mail-Dienst handelt. Er bietet mit 15 Gigabyte viel Speicherplatz, stellt Kontakt zur Google-Welt her, aber der Datenschutz kann als mangelhaft eingestuft werden. Weltweit werden die E-Mails auf Servern gespeichert, wobei nicht ersichtlich ist, was mit den Daten genau passiert. Für einen optimalen Schutz muss der User seine Daten selbst verschlüsseln. Das ist aber ohne intensive IT-Kenntnisse nur schwer zu bewerkstelligen. Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass das in absehbarer Zeit vereinfacht wird.

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