Everest - Film - Der höchste Berg der Welt - Handlung, Filmkritik, Trailer

Everest - Film - Der höchste Berg der Welt  - Handlung, Filmkritik, Trailer

© Universal Pictures

Everest - Film - Der höchste Berg der Welt - Handlung, Filmkritik, Trailer

Der höchste Berg der Welt bekommt in dem Film „Everest“ ein Denkmal gesetzt. Hierbei wird vor allem auf die Katastrophe 1996 am Mount Everest eingegangen

Everest – der höchste Berg der Welt

Der Mount Everest ist mittlerweile jedem Menschen auf der ganzen Welt ein Begriff und der höchste Berg der Welt. Als einer von 14 Achttausendern und sieben Summits ist er immer wieder das Königsziel aller Bergsteiger. Seinen Namen bekam der Berg übrigens vom legendären britischen Bergsteiger und Landvermesser George Everest. Der Mount Everest wird von den Einheimischen auf Nepali aber weiterhin nur Sagarmatha genannt, auf Tibetisch heißt der Everest Qomoloangma.

Genaue Lage des Mount Everest

Der Mount Everest liegt in Nepal relativ nah an der Grenze zu China im Mahalangur Himal in der Regio Khumbu. Dabei bilden die westlichen und südöstlichen Gipfelgrate vom Everest die offiziellen Landesgrenzen. Auf der Seite Nepals findet man den Sagarmatha Nationalpark, der mittlerweile zu den exklusiven Weltkulturerben der UNESCO zählt. Auf der Nordseite vom Everest findet man mit dem Qomolangma National Nature Reservoir ebenfalls eine Landschaft, die von der UNESCO geschützt ist.

Everest im Jahr 1953 erstmalig bestiegen

Im Jahr 1953 konnten Edmund Hillary und Tenzing Norgay den Mount Everest zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte besteigen. Knapp 25 Jahre später schaffe der Österreicher Reinhold Messer dasselbe Kunststück zum Mal ohne die Hilfe von künstlichem Sauerstoff, als er den Everest mit der Hilfe von Peter Habeler erklimmen konnte. Im Laufe der Jahre gab es immer weitere Besteigungen vom Mount Everest, die jeweils ganze spezielle Dramen beinhalteten. Nun soll in einem Film die monumentale Kraft des höchsten Berges der Welt dargestellt werden.

Drama im Film sehr gut verarbeitet

Mit dem Film über den Mount Everest bekommt der höchste Berg der Welt nun endlich seine verdiente Aufmerksamkeit. Im Laufe der Jahre entwickelten sich am Everest immer wieder extreme Dramen, über die die meisten Menschen noch nicht wissen. Der Film bringt hier Licht ins Dunkeln und beginnt mit dem Absturz eines Bergsteigers, der zuvor auf einem schmalen Grad taumelte und sein Gleichgewicht nicht wieder finden konnte, bevor es zu spät war.

Etliche Todesfälle am Mount Everest

Natürlich ist der erste Absturz nicht der einzige tödliche Zwischenfall am Everest in der Geschichte. Im weiteren Film sieht man dramatische Bilder, wie sich zum Beispiel ein Bergsteiger bei 40 Grad unter Null die Klamotten vom Körper reißt, da er glaubt, ihm werde zu heiß. In derart extremen Temperaturen stirbt der menschliche Körper in Sekundenschnelle, was der Film ebenfalls eindrucksvoll zeigen kann. Eine der stärksten und zugleich brutalsten Szenen im Film sieht man, wenn ein Bergsteiger mit letzter Kraft noch seine Frau anruft und sich von ihr verabschiedet, bevor er stirbt.

„Everest“ fängt Katastrophe von 1996 dramatisch ein

Der Film, passend einfach nur „Everest“ genannt, spielt insgesamt von der bis dahin tödlichsten Mission am höchsten Berg der Welt aus dem Jahre 1996, als 30 Bergsteiger gemeinsam den Gipfel erklimmen wollten. Grund für die unglaublich große Expedition ist die zunehmende Kommerzialisierung des Bergsteigens, die durch einen Film damals vorangetrieben werden sollte. Von den 30 Bergsteigern kommen bei der Katastrophe acht Menschen ums Leben, während die anderen 22 mehr oder weniger knapp davon kommen. Einer der Überlebenden, Jon Krakauer, ist Journalist und veröffentlich wenig später den Bestseller „In eisigen Höhen“, der erst ab 2013 mit „Everest“ verfilmt wird.

Großes Budget für großen Markt

Mit dem großen Budget von 65 Millionen Euro macht „Everest“ von Anfang an deutlich, dass sich der Film nicht nur an Bergsteiger, sondern an die breite Masse richten soll. Mit dem Regisseur Baltasar Kormákur konnte man einen wahren Meister seines Fachs gewinnen, der einen schmalen Grad gehen musste. Zum einen durften die Bilder nicht zu reißerisch sein, damit wahre Bergsteiger einen authentischen Film sehen, doch gleichzeitig musste „Everest“ auch spektakulär genug sein, damit das normale Kinopublikum begeistert ist. Bis heute ist nicht ganz geklärt, wie die Katastrophe passieren konnte und welche Personen welche Aufgaben zu erledigen hatten. Dementsprechend war die ganz besondere Aufgabe von „Everest“ auch, dass keine unsicheren Sachverhalte dargestellt werden, die anschließend bestimmte Menschen im falschen Licht dar stehen lassen.

Neuseeländer Rob Hall im Mittelpunkt von „Everest“

Im Film selbst spielt Rob Hall (gespielt von Jason Clarke) die Hauptrolle, der mit seiner Expedition „Adventure Consultants“ für alles verantwortlich ist. Er ist generell ein eher vorsichtiger Bergführer und zählt insgesamt acht weitere Bergsteiger zu seinen Klienten. Dazu zählen ein Multi Millionär, ein Postbote und der bereits erwähnte Journalist. Der höchste Berg der Welt soll im März bestiegen werden, wobei es noch ein zweites Team um Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) gibt, der eher etwas draufgängerisch ist. Durch den großen Andrang am Fuß des Berges entschließen sich die beiden unterschiedlichen Typen jedoch, ihre beiden Expeditionen gemeinsam durchzuführen, um so schneller an das Ziel zu gelangen. Der eigentliche Film beginnt mit dem Eintreffen der Bergsteiger am Fuße vom Everest, von wo aus es, nach kurzer Einführung, direkt losgeht. Hierbei wird aber nicht nur auf die eigentliche Katastrophe eingegangen, sondern auch auf die vielen Randerscheinungen, die bei einem solch gewaltigen Trip immer vorkommen werden. Hierzu zählen die Ängste der Helfer, die Schwierigkeiten mit der Akklimatisation, die Familien zu Hause, aber auch die enormen Selbstzweifel, von denen die meisten Teilnehmer immer wieder geprägt sind. „Everest“ fängt alle diese Momente und Emotionen sehr stark ein, ohne dabei zu stark zu übertreiben. Selbstverständlich ist allerdings auch, dass nicht auf all Schicksale der 30 Bergsteiger einzelnen eingegangen werden kann, sodass sich „Everest“ auf die wichtigsten Personen beschränken muss.

Der höchste Berg der Welt mit beeindruckender Kamera eingefangen

Eines fällt bei „Everest“ aber sofort auf: die Kameraführung ist beeindruckend und schafft es perfekten Spagat aus majestätischen Landschaften und persönlichen Dramen herzustellen. Dabei wird auch immer wieder das Verhältnis zwischen dem gigantischen Mount Everest und den kleinen Bergsteigern gezeigt. Auch wenn die schauspielerischen Leistungen aller Schauspieler außerordentlich gut sind, kann der Everest selbst als der größte Star des Films gesehen werden! Die Bilder aus dem Film stehen denen des Oscar Gewinners von 2013, „Gravity“, in nichts nach.

Was treibt Menschen hin zum Everest?

Derzeit kostet eine Expedition auf den Mount Everest zwischen 50.000 und 100.000 Euro und ist natürlich mit einem nicht eben kleinen Risiko verbunden. Viele Menschen werden sich sicher fragen, was die Bergsteiger antreibt, unbedingt auf den Everest zu klettern und der Film kann hier sicherlich viele Fragen beantworten. Es gibt keine einheitliche Antwort, was im Film klar gemacht wird. Den einen treiben die Depressionen in ein solches Unterfangen, einen anderen reizt das Abenteuer und ein dritter versucht mit der Besteigung vom Mount Everest ein neues Selbstbewusstsein zu entwickeln. Bis in die 1970er Jahren wäre es den meisten Menschen ohnehin nicht möglich gewesen, auf den Everest zu klettern, doch mit der Kommerzialisierung des Sports entwickelte sich auch ein Markt für Sherpas, die dafür bezahlt werden, die reichen Menschen aus den fernen Ländern zur Spitze vom Everest führen sollen.

„Everest“ bleibt bis zum Ende authentisch

Besonders ist, dass „Everest“ nicht nur in den Studios von verschiedenen Firmen gedreht wurde, sondern auch am Everest selbst oder in den italienischen Alpen. Das bringt dem ganzen Film eine große Authentizität, die so von kaum einem anderen Film in ähnliches Genres erreicht worden konnte. Die einzelnen Schicksale werden nicht zu übertrieben dargestellt, was den Film auf für ausgewiesene Bergsteiger interessant macht, da hier die persönlichen Geschichten nicht größer gemacht werden als der höchste Berg der Welt selbst.

Kritik an „Everest“

Die Authentizität ist gleichzeitig aber auch einer größten Kritikpunkte von „Everest“, da sich viele Experten der Geschichte ein wenig um ein Urteil gebracht fühlen. Der Film stellt keine Schuldigen und Opfer dar, was den Kritikern oftmals nicht gefallen hat. „Everest“ zeigt nicht mit dem Finger auf bestimmte Personen, die für das große Unglück mitverantwortlich waren. Doch die Dramaturgie des Filmes benötigt keinerlei Schuldzuweisen und kann sich so positiv vom Buch abgrenzen, in dem klar die Namen der Verantwortlichen genannten werden. Da der Film aber eine deutlich höhere Resonanz erzielen wird, wurde auch aufgrund der Familien der Opfer, darauf verzichtet. Generell Gründe für die Katastrophe sind aber auf jeden Fall der Orkan und die Unerfahrenheit der einzelnen Bergsteiger, die sich schlicht und ergreifend überschätzt haben. Der Umgang mit künstlichem Sauerstoff, der mit zu der Katastrophe geführt hat, ist noch heute umstritten und kann demnach keinen klaren Schuldigen ausmachen.

Fazit zum Film

„Everest“ schafft es, das größte Unglück in der Geschichte des Bergsteigens perfekt in Bilder umzusetzen. Nicht nur Unglück, sondern auch dem Mount Everest selbst wird mit dem Film ein würdiges Denkmal gesetzt, das auch von den meisten Kritikern sehr positiv aufgenommen wurde. Bei der diesjährigen Oscar Verleihung ist das Drama definitiv in sehr vielen Kategorien aussichtsreich im Rennen, da nicht nur der Mount Everest selbst glänzt, sondern auch die Schauspielerleistungen mehr als überdurchschnittlich sind. Die Bilder des Filmes sind derart beeindruckend, dass fast jeder Zuschauer überwältigt sein wird. Der Film glänzt mit tollem Aufbau, einer spannenden Dramaturgie und einem packenden Finale. Baltasar Kormákur hat dem bekanntesten Berg der Welt ein Denkmal gesetzt, das viele Menschen näher an das Bergsteigen heranführen wird!

Trailer

Das könnte Sie auch interessieren