Buß- und Bettag 2017 - Ursprung und heutige Bedeutung

Buß- und Bettag - Ursprung und heutige Bedeutung

© Alexander Hauptmann

Buß- und Bettag - Ursprung und heutige Bedeutung

Der Buß- und Bettag hat seinen Status als gesetzlicher Feiertag verloren. Wir verraten, wo man dennoch frei hat und wo der Urpsrung dieses Tages liegt.

Der Buß- und Bettag

In den neunziger Jahren hatten viele Schüler und Arbeitnehmer noch einen Grund zur Freude, wenn der Buß- und Bettag vor der Tür stand. Bedeutete dieser doch einen freien Tag, der unter Umständen auch mitten in die Woche fallen konnte. Allerdings war dies nur bis 1995 der Fall. Dann wurde der Tag vom Gesetzgeber offiziell als arbeitsfreier Tag aus dem Kalender gestrichen. Doch warum ist dies der Fall und welche Bedeutung steckt eigentlich hinter dem Buß- und Bettag? Hier sollen diese Fragen beantwortet werden.

Buß- und Bettag - Der Urpsrung

Zum ersten Mal wurde der Buß- und Bettag im Jahre 1532 begangen. Der Ursprung liegt dabei im evangelisch-christlichen Glaubenssatz, nachdem man sich an diesem Tag zurück auf Gott besinnen sollte. Zudem sollten die Sünder Reue für ihre Taten zeigen. Dabei findet der Buß- und Bettag immer am Mittwoch vor dem sogenannten Ewigkeitssonntag statt. Bei diesem handelt es sich um den letzten Sonntag des Kirchenjahres, welcher immer elf Tage vor dem ersten Advent liegt. In diesem Jahr fällt das Datum auf den 16. November.

Entwicklung des Feiertages

Der Beginn seiner Geschichte geht auf Notzeiten zurück. In diesen wurde für gewöhnlich ein Gottesdienst als Buße abgehalten, um Gott für die eigenen Sünden um Verzeihung zu bitten. Dabei wurde der Buß- und Bettag bis in das 19. Jahrhundert hinein als lokaler Feiertag begangen, wobei jede Region ihr eigens Datum festgelegt hatte. So gab es zu dieser Zeit etwa 24 verschiedene Termine. Nach der Gründung des Deutschen Reiches unter Bismarck, wurden die Tage im Jahre 1883 allerdings vereinheitlicht und auf ein gemeinsames Datum festgelegt.

Status als gesetzlicher Feiertag und Abschaffung

Über mehr als ein Jahrhundert hinweg, galt der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag. Damit hatte er den gleichen Status wie der Tag der Arbeit am 1. Mai oder später der Tag der Deutschen Einheit. Somit blieben an diesem Tag viele Geschäfte, Büros und natürlich alle staatlichen Einrichtungen geschlossen. Die Grundlage für die Anerkennung als gesetzlicher Feiertag, lieferte noch bis 1995 das Reichsgesetz über die Feiertage aus dem Jahre 1934. Allerdings wurde der Buß- und Bettag erst 1981 im ganzen Bundesgebiet zelebriert. Nach der Wiedervereinigung galten die entsprechenden Regelungen auch für das Staatsgebiet der ehemaligen DDR.

Bereits im Jahre 1994 entschied man sich dafür, den Tag als arbeitsfreien Feiertag aus dem Kalender zu entfernen. Dies geschah aufgrund der Tatsache, dass die Pflegeversicherung als Pflichtversicherung eingeführt wurde. Der Gedanke dabei war, dass der zusätzliche Arbeitstag, die nun gestiegene finanzielle Belastung für die Arbeitgeber ausgleichen sollte. Allerdings erfolgte die Streichung als Feiertag nicht vollständig. Lediglich im Bundesland Sachsen, gilt der Tag weiterhin als gesetzlicher Feiertag und ist somit arbeitsfrei. Allerdings müssen hier die Arbeitnehmer auch tiefer in die Tasche greifen, denn für den Erhalt des Buß- und Bettages, müssen diese 0,5 Prozent ihres Brutto-Gehaltes an den Freistaat abführen.

Regelungen

Das Feiertagsgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantiert allen Menschen, auch ohne Status als gesetzlicher Feiertag, das Recht, diese freizunehmen. Dies kann zum Beispiel aus religiösen Gründen geschehen, wobei der Arbeitnehmer hier allerdings auf seine Lohnzahlung für diesen Tag verzichten muss. Somit ist es aber auch nicht erforderlich, Urlaub zu beantragen. In Berlin gilt für alle Mitglieder der evangelischen Kirchen, dass diese entscheiden können, ob sie Ihr Kind am Buß- und Bettag in die Schule schicken. Sowohl in Sachsen als auch in Bayern bleiben die Schulen an diesem Tag ohnehin geschlossen. In beiden Ländern gilt der Tag zudem als Stiller Feiertag, was bedeutet, das bis um Mitternacht keine ausgelassenen Feiern stattfinden dürfen.

Zum Abschluss noch eine Übersicht der Termine ab 2017

  • Buß- und Bettag  2017 22. November
  • Buß- und Bettag  2018 : 21. November
  • Buß- und Bettag  2019 : 20. November

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