Kanusport: Ergebnisse, Termine, Regeln, Ausrüstung, Wettbewerbe...

Kanu - Kanusport

© Kanu - Kanusport

Kanu - Kanusport

Ihr sucht nach News, Ergebnissen oder Regeln beim Kanu oder wollt wissen, wo ihr Kanu heute live sehen könnt? Dann seid ihr hier richtig! Alles zum Thema Kanusport.

Kanusport - Der Unterschied zwischen Paddeln und Rudern

Das Wort Kanu wird als eine Oberbezeichnung für verschiedene Typen von Booten gebraucht, die mit einem Doppelpaddel oder einem Stechpaddel manövriert und in Bewegung gebracht werden. Es leitet sich vom englischen Begriff 'canoe' für eben jene Bootsarten ab. Im Gegensatz zum Ruderboot ist beim Kanu das Paddel nicht mit dem Boot selber verbunden, sondern liegt frei in den Händen. Ein weiterer grober Unterschied zum Rudern ist, dass die Fahrer mit dem Gesicht in Fahrtrichtung sitzen und nicht wie beim Rudern entgegen dieser.

Import aus Übersee

Die ersten Kanus wurden von englischen Kapitänen im 16. Und 17. Jahrhundert von Nordamerika nach Europa mitgebracht. Die grundsätzliche Form ist die der 'Kajaks' der Inuit-Indianer. Diese Form eignet sich durch ihre schlanke Bauweise hervorragend zum schnellen Manövrieren auf Flüssen. So waren sie auch bei den Inuit-Indianern hauptsächlich zum Jagen als Einer- oder Zweierboote gebräuchlich. Dabei gibt es zwei Arten: das 'Kajak', welches oben geschlossen ist, und den 'Kanadier', welcher oben offen und in der Regel auch ein wenig größer ist. Wie gesagt ist das Kanu hierfür ein Überbegriff.

Der Beginn des Kanusports in Deutschland

Populär wurden die Kanus in Deutschland durch englische Studenten Ende des 19. Jahrhunderts, die das Kanu-Fahren als Sportart und Freizeitbeschäftigung auf den Flüssen in und um die Studentenstädte dieser Zeit ausführten. Seit dieser Einführung des Kanus ist vor allem das Wasserwandern mit ihnen beliebt. Anfangs waren die Kanus allerdings noch feste Konstruktionen aus einem inneren Holzgerüst, welches mit einem festen und wasserundurchlässigen Segeltuch bespannt war. Dies war zwar hervorragend dafür geeignet, einen Fluss abwärts zu fahren und dabei auch durch die gute Manövrierbarkeit des Kanus Stromschnellen und andere Hindernisse zu passieren, allerdings damit auch wieder flussaufwärts zu kommen, stellte ein Problem da.

Eine entscheidende Weiterentwicklung

Erst der Bau der ersten Faltboote machte es den Liebhabern dieser Wassersportart dann möglich, zuerst mit dem Kanu die Flüsse abwärts zu wandern und sie dann mehr oder weniger handlich auseinander zu nehmen und auf dem Landweg zurück flussaufwärts zu tragen. Seit der Einführung des Automobils ist der Mobilität dabei natürlich keine Grenze mehr gesetzt. So haben sich in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts - auch dank verbesserter Materialien aus robusten, aber dennoch leichten Kunststoffen - Kanus aus starrer Bauweise wieder durchgesetzt. Diese sind leicht zu tragen und auf dem Dachgepäckträger eines Fahrzeuges zu verstauen.

Die beliebtesten Spielarten des Kanusports

98% der Kanuten in Deutschland unternehmen so genannte Kanuwanderungen. Ihre Wanderwege sind die Flüsse der Gegend, die es zu erkunden gilt. Meistens sind diese Wanderungen mehrtägig, wobei die Kanuten dies mit Camping verbinden. Je nach Vorliebe oder auch Proviant- und Materialbedarf benutzt man ein 'Kajak', um alleine oder zu zweit und mit wenig Gepäck zu fahren oder einen 'Kanadier', welcher bedeutend mehr Platz aufweist. Gerade bei großen Wanderungen in abgeschiedenen Gebieten sind die größeren Kanadier beliebt. Für die Fahrten auf eher wilden Gewässern eignen sich die Kajaks wiederum besser, weil sie weniger schwerläufig und somit bedeutend besser zu steuern sind. Natürlich setzt das Wildwasserpaddeln mit dem Kanu einige Grundkenntnisse sowie körperliche Fitness voraus. Ebenfalls beliebt bei den Kanuten sind die Seefahrten. Hier wird auf großen Seen oder in Küstenregionen am Meer gefahren. Dabei sind neben dem sicheren Umgang mit dem Kanu und der körperlichen Fitness auch das Wissen um Gezeiten und Wetterverhältnisse unabdingbar. Erstaunlicherweise schaffte es der Deutsche Kanute Oskar Speck bereits vor dem Zweiten Weltkrieg mit dem Paddelboot von Deutschland bis nach Australien.

Die körperlichen Vorzüge

Vom gesundheitlichen Aspekt her betrachtet ist der Kanusport durchaus anspruchsvoll. Durch das ständige Paddeln und Lenken mit dem Paddel wird der Oberkörper über einen längeren Zeitraum hindurch enorm beansprucht. Es erfordert also nicht nur Kraft, sondern ebenso Kondition. Außerdem wird das Reaktionvermögen durch die schnellen Wendungen und Manöver geschult. Neben der dynamischen Belastung des Oberkörpers spielt aber auch die statische Belastung des Unterkörpers eine wichtige Rolle, weil hiermit große Teile des Gleichgewichts gehalten werden müssen. Dennoch haben Geist und Körper auf ruhigen Flusspassagen durchaus auch mal die Möglichkeit, zu entspannen und das Kanufahren zu genießen.

Bootsklassen im Kanusport

  • Freizeitsport

    • Tourenkajak (Einer, Zweier)
    • Wildwasserkajak (nur Einer, Ausnahme Topo-Duo)
    • Seekajak (Einer, Zweier)
    • Faltboot (Einer, Zweier, Dreier)
    • Tourenkanadier (Einer bis Zehner)
    • Wildwasserkanadier (Open Canoe)
    • Luftboot (Einer, Zweier, Dreier)
    • Spielboot (nur Einer)
    • Baidarka (Einer, Zweier, Dreier)
    • Sit-on-Top (Einer, Zweier)
    • Surfski (nur Einer)
  • Kanurennsport

    • Einer-Kajak (K1)
    • Zweier-Kajak (K2)
    • Vierer-Kajak (K4)
    • Einer-Canadier (C1)
    • Zweier-Canadier (C2)
    • Vierer-Canadier (C4)
    • Siebener-Canadier (C7)
    • Achter-Canadier (C8)
    • Einer-Faltboot (F1)
    • Zweier-Faltboot (F2)
    • Schülereinheitsboot
  • Kanuslalom

    • Einer-Kajak (K1)
    • Einer-Canadier (C1)
    • Zweier-Canadier (C2)
  • Wildwasserrennsport

    • Einer-Kajak (K1)
    • Einer-Canadier (C1)
    • Zweier-Canadier (C2)
  • Kanupolo

    • Einer-Kajak (K1)
  • Drachenboot

    • Europäisches Standard-Drachenboot (20 Paddler)
    • Mini-Drachenboot (10 Paddler)
    • Hong Kong-Drachenboot
    • Chinesisches Drachenboot
  • Kanu-Freestyle

    • Einer-Kajak (K1)
    • Einer-Canadier (C1)
    • Open Canoe (OC1)
  • Kanumarathon

    • Einer-Kajak (K1)
    • Zweier-Kajak (K2)
    • Vierer-Kajak (K4)
    • Einer-Canadier (C1)
    • Zweier-Canadier (C2)
  • Kanusegeln

    • International Canoe (IC)
    • Taifun
  • Auslegerkanu  (engl. Outrigger Canoe (OC)

    • OC1 (jeweils mit oder ohne Ruder)
    • OC2 (jeweils mit oder ohne Ruder)
    • OC3
    • OC4
    • OC6
    • 12er und 16er (Tauati - zwei miteinander verbundene 6er/8er - selten)
    • In Europa sind OC1, OC2 und OC6 als Wettkampfboote gebräuchlich
  • Kanumehrkampf/Quadrathlon

    • Einer-Kajak

Zur Meisterschaft gebracht

Seit 1919 gibt es in Deutschland Meisterschaften im Kanufahren und seit 1936 ist es auch olympische Disziplin. Die üblichen Distanzen sind 200, 500 und 100 Meter in Einer-, Zweier- und Viererkanus, getrennt in Männer und Frauen. Natürlich kommt es hierbei auf die Zeit an. Beim Kanuslalom wird neben der Zeit noch die Fehlerrate beim Durchqueren der Tore bemessen. Auch auf dem Wildwasser werden Wettkämpfe ausgetragen. Der wichtigste ist die alle 2 Jahre stattfindende Weltmeisterschaft, wobei es auch hier darum geht, eine festgelegte Strecke möglichst schnell und unbeschadet zurück zu legen. Die Deutsche Birgit Fischer ist die erfolgreichste Kanutin in der Wettkampfgeschichte. Sie holte alleine bei den olympischen Spielen insgesamt 12 Medaillen, darunter 8 mal Gold. Der Schwede Gert Fredriksson brachte es in den 40er und 50er Jahren auf insgesamt 8 Medaillen, von denen 6 Gold waren.

Weiter Informationen finden Sie beim deutschen Kanu-Verband unter  http://www.kanu.de/ .

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