Wenn Nutzer Daten in Cloud-Speicher laden, sollten sie vorsichtig sein

von Braun, Thorsten veröffentlicht

Wenn Nutzer Daten in Cloud-Speicher laden, sollten sie vorsichtig sein

© Hulbee

Wenn Nutzer Daten in Cloud-Speicher laden, sollten sie vorsichtig sein

Daten im Cloud-Speicher zu sichern, hat viele Vorteile. Doch wenn Nutzer nicht alle Infos an die Anbieter geben möchten, ist Aufmerksamkeit gefragt.

Wenn Nutzer Daten in Cloud-Speicher laden, sollten sie vorsichtig sein

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Die Ferienzeit ist heute längst nicht mehr nur die Zeit des Lesens und des Entspannens am Strand. Auch das Fotografieren und das Filmen wird immer wichtiger. Da kann es schon mal vorkommen, dass zahlreiche Daten nach und nach die eingebauten Speicher von Smartphones, Tablets und anderen Geräten sprichwörtlich zum Bersten bringen. Für Abhilfe sorgen dann die sogenannten Cloud-Speicher, mit deren Unterstützung die Daten der Nutzer ins Internet verlagert werden können. Doch was ist von solchen Systemen zu halten und wie werden sie aus der Sicht von Menschen bewertet, die sehr viel Wert auf Transparenz und Datensicherheit legen?

Welche Daten werden hier eigentlich preisgegeben?

Wenn Nutzer ihre teilweise sensiblen Daten in einem Cloud-Speicher ablegen, dann hat das auf den ersten Blick vor allem Vorteile. Klar, denn die Speicher im World Wide Web entlasten die Kapazität der eigenen Festplatten und sorgen dafür, dass das Film- und Fotovergnügen scheinbar grenzenlos weitergehen kann. Viele Urlauber nutzen die Speicher heute von ihren Ferienorten aus und laden ihre Bilder ganz einfach hoch. Dies bringt auch den weiteren Vorteil mit sich, die Aufnahmen direkt mit Freunden und Familienmitgliedern teilen zu können, die nicht mit auf Reisen gegangen sind. Allerdings offenbart man mit der Nutzung solcher Systeme auch einige weitere Daten, weshalb man sich vor der Nutzung mit der Funktionsweise befassen sollte. Ein Beispiel hierfür ist die kostenlose Speichermöglichkeit bei Google. Wer hier seine Bilder hoch lädt, verrät der Suchmaschine jederzeit, wo er sich befindet. Man sollte sich also darüber informieren, was bei welchem Anbieter preisgegeben wird.

Die Informationen der Nutzer, die mitgespeichert werden

Natürlich ist nicht jeder Nutzer ein Internetexperte. Umso wichtiger ist es, aufmerksam die Konditionen zu lesen und seine Daten nur dann online zu stellen, wenn man mit den Regelungen einverstanden ist. Die meisten Nutzer wissen gar nicht, welche Zusatzinformationen ein Bild „mitliefert“, wenn man es online abspeichert. Hier geht es um die sogenannten „Metadaten“, in denen zum Beispiel das Kameramodell und häufig auch der Ort der Aufnahme enthalten sind. Für die Inhaber der Cloudlösung sind solche Informationen sehr wichtig, denn sie finanzieren sich in der Regel über Werbung und können diese immer individueller anpassen, je mehr sie über die Situation des Nutzers wissen.

Wie der Cloud-Speicher Reisedaten liest

Alle Daten, die der Nutzer dem Cloud-Speicher mehr oder weniger absichtlich bekannt gibt, können vom Betreiber der Speicherlösung gesammelt und ausgewertet werden. Während man nichts ahnend also die Fotos eines leckeren Menüs oder des Hotelzimmers hoch lädt, „merkt“ der Cloud-Speicher sich viele Details. Dazu gehören der Verlauf der Reise, die Art und die Standorte der Hotels, die Verweildauer in Bars und anderen Einrichtungen etc. Natürlich kann man daraus auch Rückschlüsse ziehen, zum Beispiel auf das Einkommen. Das Geo-Targeting, IP-Tracking, der Einsatz von Cookies, das Auslesen von Mails und das Auswerten von Suchabfragen ergänzen das Gesamtkonzept. Datenschützer weisen darauf hin, dass dies die Privatsphäre der Anwender ganz erheblich beeinträchtigt.

Wie kann ich mich schützen?

Glücklicherweise kann man als gut informierter Mensch viel tun, um seine Daten zu schützen. Die Nutzung der Cloud-Speicher ist damit auch nicht ausgeschlossen. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, mit denen sich Nutzer vor allzu viel „Bespitzelung“ in Sicherheit bringen können. Sie können beispielsweise anonym Surfen, was in zahlreichen Browsern einfach möglich ist. Darüber hinaus gibt es Anbieter aus dem Bereich Cloud-Speicher, die die Nutzerdaten seriös behandeln.

Hulbee als eine der Alternativen

Natürlich haben auch Anbieter von Internetdiensten erkannt, dass einige Nutzer ihre Daten auf keinen Fall in die falschen Hände geben möchten. Unter anderem existiert die Suchmaschine Hulbee aus der Schweiz. Sie wirbt damit, Nutzer und ihre Rechte zu respektieren und ihre Daten nicht unseriös zu behandeln. Die Websuche sei hier anonym, den Behörden aus der USA und aus EU-Ländern werde kein Zugriff auf den Cloud-Speicher gewährt. Darüber hinaus werden hier keine Seiten mit erotischen Inhalten unterstützt, weshalb das Unternehmen auch gerne Eltern auffordert, die Suchmaschine für ihre Kinder einzurichten.

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