Verbraucherschutz: Filesharing Abmahnung nach Verjährung nicht bezahlen

von Frey, Leon veröffentlicht

Verbraucherschutz: Filesharing Abmahnung nach Verjährung nicht bezahlen

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Verbraucherschutz: Filesharing Abmahnung nach Verjährung nicht bezahlen

Wer Filesharing betreibt kann auch mal eine Abmahnung im Briefkasten finden. Wir haben Michael Hummel vom Verbraucherschutz gefragt, was rechtlich korrekt ist und was nicht

Verbraucherschutz - Abmahnung für Filesharing bei Verjährung nicht zahlen

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Filesharing - millionen Deutsche betreiben es regelmäßig und sind sich der Gefahren mit, denen es verbunden ist, gar nicht bewusst. Neben den unbeliebten Viren und Trojanern auf dem eigenen Rechner, kann auch schnell eine Abmahnung vom Anwalt ins Haus flattern, denn viele Inhalte unterliegen dem Urheberecht. Doch manchmal übernehmen sich auch die Anwälte gewaltig, denn nicht jede Abmahnung muss zwangsläufig auch beglichen werden.

Verjährung beachten

Jede Abmahnung - auch beim Filesharing - ist nach spätestens drei Jahren verjährt. Dies weiss Michael Hummel vom Verbraucherschutz Sachsen zu berichten und führt dazu weiter aus, dass dies nicht nur für die Hauptforderung, sondern auch für die Rechtsanwaltsgebühren gilt. Dies bedeutet also, dass eine Abmahnung, welche im Jahre 2011 zugestellt wurde, heute nicht mehr beglichen werden muss, sofern der jeweilige Anwalt seit dem keine weiteren Anstrengungen unternommen hat, das geforderte Geld auch einzutreiben. Dabei spielt der strafrechtliche Aspekt beim Filesharing hier keinerlei Rolle.

Nicht vorschnell bezahlen

Bei jeder Abmahnung wegen Filesharing empfiehlt es sich zu erst, rechtlichen Rat einzuholen, sagt Hummel. Denn Inkassobüros und diverse Rechtsanwälte versuchen trotzdem noch, ausstehende Forderungen einzutreiben. In verschiedenen Schreiben wird auch gerne auf eine Verjährungsfrist von 10 Jahren verwiesen, welche rechtlich aber unhaltbar ist. Hiervon sollte man sich als Nutzer nicht verunsichern lassen, rät der Experte vom Verbraucherschutz Sachsen. Zudem verweisen viele Anwälte auch gerne auf ein Urteil des BGH vom 15.01.2015. Hierbei ging es um eine ungerechtfertigte Bereicherung, durch die Veröffentlichung von Fotos im Netz. Allerdings weißt Hummel darauf hin, dass dieses Urteil wohl kaum 1 zu 1 auf das Filesharing übertragbar ist. Von daher sollte man sich also nicht in Angst versetzen lassen.

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