Festplatten mit Datenrückständen - Unerkannte Gefahr

von Frey, Leon veröffentlicht

Festplatten mit Datenrückständen - Unerkannte Gefahr

© Kroll Ontrack

Festplatten mit Datenrückständen - Unerkannte Gefahr

Werden sensible Daten nicht sicher von alten Festplatten gelöscht, können aus Datenrückständen erhebliche Schäden für den ehemaligen Verwender entstehen.

Festplatten - Das Problem mit den Datenrückständen

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Vielen ist die Gefahr gar nicht bewusst: wenn alte Computer oder Smartphones zum Verkauf angeboten oder entsorgt werden, können sich auf der Festplatte weiterhin eine Vielzahl an Datenrückständen befinden. Ein einfaches Löschen über den Papierkorb des Betriebssystems lässt die Dateien aus dem Menü verschwinden, löscht sie aber dennoch nicht endgültig vom Speichermedium. So können gespeicherte Passwörter, Fotos, Kontodaten, E-Mails oder sonstige sensible Daten für den Käufer oder Finder zugänglich gemacht werden.

Das Geschäft mit gebrauchter Hardware boomt

Heutzutage lohnt es sich finanziell immer mehr, die eigene Hardware gebraucht zu erstehen oder direkt über Kleinanzeigen einen Anbieter zu finden. Ist wiederum das eigene Smartphone in die Jahre gekommen, finden sich immer noch Interessenten, die eine Entsorgung unnötig machen. Vor dem Verkauf sollten die Speichermedien jedoch sorgsam von Datenrückständen befreit werden. Hierzu gibt es professionelle Programme, die die Daten mehrfach überschreiben und ein Wiederherstellen unmöglich machen. Nur dann sind die Daten abschließend vom Rechner entfernt.

Eine Studie zeigt den sorglosen Umgang mit Datenrückständen

Beunruhigende Zahlen offenbarte eine aktuelle Studie von Kroll Ontrack. Bei nur 57 Prozent der Smartphones und 75 Prozent der gebrauchten Festplatten im Handel von Amazon, ebay und Gazelle wurden überhaupt Löschversuche unternommen, bei den allermeisten konnten dennoch wichtige Informationen über den ehemaligen Besitzer gesammelt werden. Eine derartige Fahrlässigkeit fördert nachhaltig die Cyberkriminalität und kann gravierende Ausmaße annehmen.

Auch Behörden sind nicht gefeit

Für seine privaten Datenrückstände ist jeder selbst verantwortlich, doch vom Staat ist ein Höchstmaß an Datenschutz zu erwarten. Dennoch werden auch bei Behörden gebrauchte Geräte etwa im Rahmen von Leasing zweitverwertet und bedürfen einer gründlichen Datenreinigung. In einem aktuellen Fall aus den USA löschten zwölf US-Landesbehörden ihre Daten nur unzureichend, sodass wichtige Daten der betroffenen Bürger teilweise rekonstruiert werden konnten.

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