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Oberammergau

© Oberammergau - Alexander Hauptmann

Oberammergau

Oberammergau, bekannt durch seine weltberühmten Passionsspiele, der künstlerischen Holzschnitzerei und der Lüftlmalerei, liegt im schönen Landkreis Garmisch.

Auf alpinen Traumstraßen ins Tal

Entlang der Bundesstraße 23, die „Deutsche Alpenstraße“ oder mit der Ammergaubahn, die einmal pro Stunde fährt und in Murnau von der Route München-Garmisch nach Oberammergau abzeigt, wo die Endstation der Bahn ereicht wird. Auf der Fahrt dorthin führt die Abzweigung, zwischen Oberammergau und Ettal, nach Reutte. Eine interessante Straße, die vorbei am Schloss Linderhof, zu dessen Besichtigung einlädt und über den Ammersattel auf den verträumten Plansee in Tirol stößt. Urlaub in Oberammergau in den Ammergauer Alpen ist das ganze Jahr zu empfehlen vom Sommer Urlaum im August bis hin zum Winter-Urlaub im Dezember... 

  • Bundesland : Bayern
  • Regierungsbezirk : Oberbayern
  • Landkreis : Garmisch-Partenkirchen
  • Höhe : 837 m ü. NHN
  • Fläche : 30,06 km²
  • Einwohner : 5114 (31. Dez. 2013)
  • Bevölkerungsdichte : 170 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 82487
  • Vorwahl : 08822
  • Kfz-Kennzeichen : GAP
  • Gemeindeschlüssel : 09 1 80 125
  • Adresse der Gemeindeverwaltung:
    • Straße : Schnitzlergasse 5
    • 82487 Oberammergau
  • Webpräsenz : www.gemeinde-oberammergau.de
  • Bürgermeister : Arno Nunn

Ein weltbekanntes Dorf im Ammertal

Im lieblichen Ammertal liegt das bekannte Dorf Oberammergau, das durch seine Passionsspiele ( https://www.passionsspiele.info ) einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte. Im Abstand von 10 Jahren finden die Aufführungen statt, die zuletzt im Jahr 2010 gespielt wurden. Ein weiterer Anziehungspunkt sind die einheimischen Kunsthandwerker, die mit ihrer Herrgottsschnitzerei und der Lüftlmalerei ihre Häuser, Türen und Fensterläden künstlerisch verzieren. Eine beispielhafte Malerei ist an der Fassade des Forsthauses zu bewundern, gefolgt von den künstlerischen Arbeiten am Mußldomahaus und dem Pilatushaus, das mit barocken Elementen verschönert ist.

Passionsspiele Oberammergau

Der Ammergletscher legte das Fundament

In den Eiszeiten schürfte der Ammergletscher die Täler aus und lagerte an den Gletscherzungen die Moränen ab. Wenn die Gletscher in der Zwischeneiszeit schmolzen, entstanden, aus dem sich zurückziehenden Ammergletscher, die wunderbaren Gebirgsseen. Die riesigen Wassermassen rissen Schuttberge und Steine mit, die sich zu mächtigen Hindernissen aufbauten und das abfließende Gletscherwasser zu Umwegen bewegte. Diese Schutt- und Steinmassen sind die natürlichen Fundamente der Dörfer Oberammergau, Unterammergau und Ettal, die von ihrem Hausberg Kofel, mit einer Höhe von 1342 m, bewacht werden.

Oberammergau als niederschlagreichster Ort

Durch seine geografische Lage, ist Oberammergau ein sehr regenreiches Gebiet. Der Ort zählt mit einer Niederschlagsmenge von 1471 mm pro Jahr, zu den drei regenreichsten Gebieten Deutschlands. Ist der Februar der trockenste Monat, so hält der Juli den Rekord, in dem ca. 2,6-mal mehr Regen fällt, als im Februar. In den restlichen Monaten schwankt der Niederschlag im oberen Drittel, was im Vergleich zu 99% aller Orte, zu hoch ist.

Das Christentum im Ammertal

Der Pfarrer Joseph Alois Daisenberger, der von 1854–1883 in Oberammergau lebte und eine Chronik verfasste, konnte keine Informationen über eine keltische Siedlung niederschreiben. Sie war ebenso wenig bekannt, wie die römischen Ansiedelungen. Erst über die Christenzeit sind ausführliche Dokumente zu finden. Der religiöse Mönch Thosso, der den heiligen Magnus von Füssen begleitete, ist für den Einzug des Christentums, an der Ammer, verantwortlich.

Die Welfen als großzügige Stifter

Als sich der Welfe Ethiko, Ende des 9.Jahrhunderts, im Ammergau niederließ, stiftete er dort ein Kloster, das später leider an Schwaben abgegeben wurde. Die Erlöse aus den kostbaren Gütern, die in großer Anzahl vorhanden waren, spendete er für eine eigene Pfarrei in der Gemeinde Oberammergau. Im Jahr 1074 ist das Kloster Rottenbuch durch Welf IV. entstanden, das ab dieser Zeit die Seelsorger für das Ammertal stellte. Bereits 46 Jahre später, 1120, bauten die Welfen eine Kirche in Oberammergau und zum Gedenken an seinen verstorbenen Sohn, stiftete Welf VII. im Jahr 1167, dem Stift Kempten verschiedene Güter im Ammergau. Alle anderen Guts-Eigentümer veräußerte er dem Staufer, Kaiser Barbarossa. Doch schon 100 Jahre später, nach dem Tod von Konradins, 1269, ging der Nachlass an den Herzog Ludwig von Wittelsbach über und gehörte bis 1918 zu dem Vermögen der Wittelsbacher in Bayern.

Ludwig der Bayer gründete das Kloster Ettal

Ludwig der Bayer bedankte sich für die Rettung auf einem Feldzug, mit dem Kloster Ettal. Beim Bau dieses Klosters 1330 zeigte er sich sehr großzügig, indem er sich bei jedem Bauern für deine Mithilfe, in Form von Erb- und Baurecht, bedankte. Die Sicherheit gewährleisteten die Ritter. Um das Kloster Ettal errichten zu können, war es notwendig geworden, den Weg von Au über den Kienberg ins Ammertal, zu erneuern. Diese Verbindung, die Rottstraße, wurde von ansässigen Fuhrleuten, die Rottmänner, betreut. Ihre Zuständigkeit beschränkte sich auf einen Teilabschnitt, auf dem sie für Sicherheit zu sorgen hatten.

Die Rottmänner verlangten einen Kreuzer Maut

Der Gönner Oberammergaus, Kaiser Ludwig der Bayer, gestand den Bürgern 1332 das Niederlagsrecht zu, was bedeutete, dass die Handelswaren im Ammergau umgeladen werden mussten, wozu die Rottleute ihre Fuhrwerke bereitstellten. Die umgeladene Ware wurde vor Ort zum Kauf angeboten. Dies waren die ersten Schritte, für den Aufbau des zukünftigen Handelsverkehrs zwischen Italien und Deutschland. Dieser Transportweg konnte ab 1530 nur noch mit einer Mautgebühr befahren werden, den die Rottleute durften, für einen beladenen Fuhrwagen, einen Kreuzer verlangen. Doch schon Ende des 16.Jahrhunderts suchten sich die Handelsleute andere Wege und das Rottfuhrwesen ging zurück. Was blieb und immer beliebter wurde, was die Handschnitzerei. Um dieses Handwerk in geordnete Bahnen zu leiten, erließ das Kloster Ettal eine Handwerksordnung.

Das Wappen der Ammergauer

Das Wappen der Gemeinde Oberammergau ist eine Blasonierung und durch das goldene Passionskreuz mit beidseitigem umgelegtem Silbertuch, sehr aussagekräftig. Rechts und links des Kreuzes wachsen Schwurhände empor, die in der Farbe Silber markant auf die Geschichte hinweisen. Der blaue Hintergrund erinnert an die bayerische Landesfarbe und das Kreuz mit dem Tuch ist der Hinweis auf die weltberühmten Passionsspiele. Die Hände, die auf beiden Seiten zum Schwur erhoben sind, deuten auf das Gelübde der Bevölkerung hin, die 1633 schworen, die Spiele im 10-jährigen Abstand in Oberammergau zu spielen. Der erste Bürgermeister des Ortes, Arno Nunn und sein Vertreter, Eugen Huber, würdigen dieses Versprechen und sorgen für dessen Einhaltung.

Passionsspiel zu Ehren Christi

Das Passionsspiel regelmäßig aufzuführen, ist ein Versprechen, das im Pestjahr 1633 von der Bevölkerung des Ammertals gegeben wurde. Die Spiele finden alle 10 Jahre statt und die Akteure sind zum großen Teil, Einwohner der Gemeinde Oberammergau. Im Passionsspieljahr 2000 durften der Ort ca. 500.000 Gäste begrüßen. Der Ort ist durch diese Aufführungen zu Weltruhm gekommen. Die vergangenen Spiele, die im Jahr 2010 zum 41.Mal stattfanden, besuchten mehr als 515.000 Interessenten aus der ganzen Welt, die 109 Vorstellungen.

Beeinträchtigungen durch den Dreißigjährigen Krieg

Vor dem Dreißigjährigen Krieg regierten in Oberammergau zwei Gruppen. Der „Rat der Sechs“ und die Gemeinschaft „der Zwölf“, lenkten um 1600 die Geschicke der Gemeinde. Der Vorsitzende der Gremien war der Richter von Ettal, der ihnen gestattete, das Amt für ein Jahr auszuüben. Dieser wiederum musste sich nach den Anweisungen des Pflegers von Murnau richten, bei dem die Verhandlungen über Verbrechen stattfanden. In der Chronik des Pfarrers Daisenberger ist nachzulesen, dass es der Bevölkerung gut ging und einige Einwohner zu gutem Wohlstand gelangten. Leider mussten die Bewohner von Oberammergau, im Dreißigjährigen Krieg, einiges Leid erfahren. Mehrere Male zogen kaiserliche Truppen durch den Ort, doch nur einmal wurden sie von schwedischen Truppen überfallen. Zu Beginn des 17.Jahrhunderts beklagten die Herren Leonhard Hilpolt, Abt in Ettal, und Urban Morhard, Pfleger von Murnau, eine zu hohe Bevölkerung. Sie veranlassten, dass Menschen, die zu unrecht nach Oberammergau gezogen waren, den Ort freiwillig verlassen oder dazu bezwungen werden.

Gericht- und Wehrmachtsstandort

Als Teil des Gerichtes zu Murnau und dessen Kloster Ettal, besaß die Hofmark Oberammergau bis zum Jahr 1803 einen oberen und unteren Gerichtshof. Doch erst nach dem Wiener Kongress, 1818, wurde im Rahmen der Verwaltungsreform, des Bayerischen Königreichs, aus der Ansiedlung im Ammertal, eine selbständige Oberammergau gebildet.

Als der Ort 1938 zum Standort der Wehrmacht ausgewählt wurde, war es die logische Folge, dass Gebirgstruppen, Nachrichteneinheiten und Sanitätsbataillone dort bestens stationiert sind. Ebenso wie die Unterbringung der großen Fertigungsanlage für Kampfflugzeuge, in den südöstlich des Orts liegenden, ehemaligen Hötzendorf-Gebirgsjägerkaserne, während des Zweiten Weltkriegs. Die Anlage wurde zur Oberbayerischen Forschungsanstalt, die die Firma Messerschmitt AG, betrieb. Unter Zwang bauten Arbeiter unter dem Berg Laber eine Fabrik, wozu die benötigten Stollen und Kavernen aus dem Fels herausgehauen werden mussten.

Bekanntheitsgrad stieg durch Bundeswehrverwaltungsschule

Vor dem geschichtlichen Hintergrund der Gemeinde Oberammergau war es eine gute Wahl, die Bundeswehrverwaltungsschule IV an diesem Ort zu eröffnen. Verwaltungsbeamte des mittleren Dienstes werden vor Ort ebenso ausgebildet, wie Verwaltungsfachangestellte. Für Mitarbeiten der Bundeswehrverwaltung bietet die Schule interessante Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an.

Die NATO schult im Ammertal

Im Ortsteil St.Georg, direkt am Laberberg, ist in der ehemaligen Conrad-von-Hötzendorf-Kaserne ein operatives Ausbildungszentrum der NATO. Die verschiedenen Kurse werden nicht nur von den NATO-Mitgliedern genutzt, auch unterschiedlichste NATO-Partner besuchen das breite Angebot von Lehrgängen, zu den Themen Politik und Strategie. Aus 60 Staaten nehmen jährlich ca. 10.000 Teilnehmer das Lehrgangsangebot an.

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