Spiele-Livestreaming - ein unaufhaltbarer Trend?

Spiele-Livestreaming - ein unaufhaltbarer Trend?

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Spiele-Livestreaming - ein unaufhaltbarer Trend?

So wie das TV-Streaming immer populärer wird und die Zahlen an legalen Anbietern stetig steigen, nimmt auch die Anzahl an Spielestreams stetig zu. Welche Anbieter es gibt, wohin diese Entwicklung führt und was es für den einzelnen Spieler bedeutet, möchten wir Ihnen kurz aufzeigen.

Welche Arten von Streaming gibt es?

Grundsätzlich sind vier Arten von Streaming zu unterscheiden, wenn man vom Spiele-Streaming spricht. Hierunter ist einerseits das In-House-Streaming, bei dem der Inhalt eines Spiels von einem auf das andere Gerät innerhalb Ihres eigenen WLAN-Netzes gestreamt wird. Interessant ist dabei der Faktor, dass die Bedienung des Spiels dennoch in Echtzeit möglich ist und Sie dadurch auf dem Empfangsgerät in der Lage sind, spiele zu spielen, die die Hardwareleistung des Gerätes eigentlich nicht hergeben würde. Bekannte Beispiele hierfür sind beispielsweise Sonys Remote Play für die Playstation 3 und 4 zur Playstation Portable oder PS Vita. Auch Steam bietet seit 2014 ein In-Home-Streaming von Ihrem Windows-Gerät auf Apple iOS, Linux, SteamOS und Mac OS Systeme an. Dadurch können Sie die Spiele Ihrer Steam-Bibliothek problemlos auf einem Tablet, Smartphone oder einem Mediagerät an Ihrem Fernseher spielen.

Die zweite Art des Streamings läuft über das Internet.

Dank immer schneller werdender Internetleitungen und dem Breitbandausbau ist es heute möglich, FullHD-Inhalte problemlos auf das Geräte Zuhause zu streamen. Einen sehr interessanten Ansatz verfolgt hier beispielsweise Sony mit dem Playstation Now-Dienst . Hiermit erhalten Sie einen Flatrate-Zugriff auf verschiedene Spiele, die Sie ohne Download oder Kauf direkt auf Ihrer Konsole spielen können. Geplant ist sogar die Möglichkeit, Playstation 4 Spiele auf Ihren Windows-PC Zuhause streamen zu können. Ermöglicht wird dies dadurch, dass die Spiele auf einem Server laufen und lediglich von Ihnen per Stream konsumiert werden. Natürlich ist auch das Abspeichern von Spielständen möglich, sodass der Unterschied zum lokalen Spielen kaum mehr spürbar ist - vorausgesetzt, die Serverkapazität reicht aus und es kommt nicht zu Verbindungsabbrüchen oder Lags. Das Prinzip ist hier ähnlich aufgebaut wie bei Streamingplattformen wie Netflix, Amazon Video oder Maxdome für Filme.

Livestreaming mit einem echten Spielpartner

Eine weitere Art des Streamings ist das Livestreaming mit einem echten Spielpartner in der Ferne und direkter Interaktion. So bietet beispielsweise Betway-Casino in seinem Live-Kasino die Möglichkeit, interaktive Kasinospiele wie Roulette, Blackjack oder Poker mit echten Gebern per Livestream zu spielen. Dabei findet die Interaktion und Kommunikation live statt, sodass das Streaming-Erlebnis nahe an ein reales Kasinospiel herankommt. Ergänzt man diese Funktion um den Faktor VR, wird es richtig spannend und zukunftsträchtig.

Die vierte und populärste Art des Spielestreams ist das Streaming eines Spiels in Form eines Videos und damit der Bereitstellung für die Zuschauer. Hier ist der Zuschauer nur indirekt aktiv mit dabei, denn er kann dem Streamer und den anderen Zuschauern per Chatbox Nachrichten zukommen lassen. Direkt gespielt wird aber nur vom Streamer selbst. Die größte Plattform ist hier der Anbieter Twitch, bei dem beispielsweise im Jahr 2015 241 Milliarden Minuten Videos geschaut wurden. Dies entspricht einer Gesamtdauer von fast 500 Tausend Jahren - eine unvorstellbare Menge. Der Trend scheint aufgrund steigender Streamer- und Zuschauerzahlen kaum noch aufzuhalten. Insbesondere bei Live-Übertragungen von Turnieren bekannter Spiele wie League of Legends, CS:Go oder Dota 2. So wurde beispielsweise das ELeague-Major-Finale in CS:Go von mehr als einer Millionen Zuschauern gleichzeitig per Stream verfolgt. Das sind Zuschauerzahlen, von denen so mancher Fernsehsender nur träumen kann.

Die Zukunft des Streamings

Längst ist im Bereich Streaming noch nicht das letzte Wort gesprochen. Seit immer mehr Dienste und Anbieter auf den Markt drängen, wird sich allerdings wahrscheinlich im Laufe der nächsten Jahre eine Marktbereinigung ergeben. Der Trend zum mobilen und stationären spielen je nach Lust und Laune feuert den Trend noch weiter an. So können Sie mittlerweile sowohl von Ihrem Windows-PC per Steam, NVidia Shield oder Moonlight Software sogar auch von anderen Endgeräten Ihre Spiele problemlos auf Ihr Tablet oder Ihren leistungsschwachen Laptop streamen. Erst kürzlich hat Nintendo mit seiner Switch genau diesen Trend aufgegriffen und eine Konsole entwickelt, die als stationäre und vollwertige mobile Konsole gleichermaßen fungiert, auch wenn sie im Gegensatz zur WiiU nicht mehr auf eine Basisstation per Stream zugreift.

Die positive Entwicklung des Game-Streamings in allen Bereichen macht das enorme Potenzial dieses Zweiges deutlich und wird sehr wahrscheinlich auch in naher Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. 

Karriere als Streamer

Wie auch Youtuber, die jedoch nur selten per Livestream aktiv sind, können auch Twitch-Streamer bei entsprechender Popularität von ihrer Tätigkeit gut leben. Im Schnitt können Sie davon ausgehen, dass Sie bei 1.000 Viewern ein durchschnittliches Einkommen zwischen 2 bis 5 Dollar erzielen können. Spitzenstreamer kommen so problemlos auf mehrere tausend Dollar pro Tag. Ein solch enormes Einkommen aufbauen zu können gelingt aber natürlich nur den wenigsten. Aber selbst mit einer durchschnittlichen täglichen Zuschauerzahl von einigen Zehntausend Zuschauern lässt sich ein beachtliches Nebeneinkommen erzielen. Dennoch ist die Anzahl an erfolgreichen und populären Persönlichkeiten im Streaming-Bereich sehr begrenzt. Nicht umsonst werden die bekanntesten unter ihnen von ihren Zuschauern teilweise wie Stars gefeiert. Da Twitch als größter Anbieter die Möglichkeit bietet, Spenden zu sammeln, Beteiligungen von Werbeeinahmen zu erhalten sowie eine finanzielle Beteiligung an kostenpflichtigen Abonnements. Allerdings sind auch gewisse Voraussetzungen wie das mehrmalige wöchentliche Streaming und eine Mindestmenge an Zuschauerzahlen an die Vereinbarungen geknüpft. Dennoch zeigt die Tatsache, dass man als reiner Streamer seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, eindrucksvoll die große Bedeutung dieses Marktsegmentes.

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