Wespennest entfernen - Gesetzliche Regelungen und Kosten

von Braun, Thorsten veröffentlicht

Wespennest entfernen - Gesetzliche Regelungen und Kosten

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Wespennest entfernen - Gesetzliche Regelungen und Kosten

Ein Wespennest entfernen zu lassen, ist ohnehin immer ein heikles Thema. Doch wann ist die Entfernung gesetzlich erlaubt und was besagen die Regelungen über die Kosten?

Wespennest entfernen lasen - Wann ist das notwendig und wann erlaubt?

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Ein Wespennest entfernen zu lassen, ist nicht in jedem Fall zwingend notwendig, denn anders als die meisten Deutschen denken, sind Wespen an sich weder aggressiv noch feindselig. Hinzu kommt, dass Wespen ganz allgemein betrachtet unter Naturschutz stehen, weshalb das grundlose Ausrotten natürlich nicht erlaubt ist. Selbstverständlich gibt es aber auch besonders heikle Fälle, in denen das Wespennest entfernen zu lassen, die einzig sinnvolle Lösung ist. Einer der häufigsten Gründe, warum das Wespennest entfernen dringend notwendig ist, ist die Bewohnung angrenzender Gebäude von gefährdeten Personengruppen. Zu diesen gefährdeten Gruppen zählen unter anderem Kinder, Senioren und Allergiker. Nachfolgend lesen Sie, wann genau man ein Wespennest entfernen muss, wer hier fachliche Hilfe anbietet und wer die entstehenden Kosten zu tragen hat.

Individuelle Begutachtung durch einen Experten immer notwendig - Keine genauen Regelungen

Zwar regelt das deutsche Gesetz allgemein, wann ein Wespennest entfernt werden darf und wann nicht. Da aber von keinen konkreten Abständen oder Entfernungen die Rede ist, kann in jedem Fall nur individuelle entschieden werden, ob von einem Wespennest tatsächlich Gefahr ausgeht. Wer sein ungeliebtes Wespennest entfernen möchte, muss laut Gesetz zuerst das örtliche Bürgeramt anrufen und sich dort erkundigen, wem die Zuständigkeit für solche Fälle in der Region obliegt. In den meisten Fällen rückt schlussendlich ein Experte von der Naturschutzbehörde aus, der sich der Sache annimmt. Ist kein solcher vorhanden, kann auch ein externer Schädlingsbekämpfer die Situation begutachten und entscheiden, ob die Entfernung tatsächlich von Nöten ist.

Bezahlung der anfallenden Kosten durch den Vermieter

Ist die eigene Wohnung oder das eigene Haus allerdings gemietet, so muss als erstes der Vermieter kontaktiert werden, denn in einem solchen Fall liegt die Verantwortung für die Behebung des Problems beim Vermieter.

Gründe für die gerechtfertigte Entfernung eines Wespennests

Um eine offizielle Genehmigung zu erhalten und das Wespennest entfernen zu können, ohne sich dabei auf die falsche Seite der Legalität zu begeben, muss in der Regel mindestens einer der folgenden Faktoren erfüllt sein: - Kinder oder Senioren haben ihren festen Wohnsitz im betreffenden Gebäude - In geringer Entfernung zum Wespennest liegt ein Spielplatz oder es halten sich aus anderen Gründen häufig Kinder dort auf - Das Wespennest befindet sich in unmittelbarer Nähe von oft genutzten Aufenthaltsbereichen des Hauses - Zu den festen Bewohnern des Hauses gehören Allergiker, die auf das Gift der Wespen reagieren

Was muss ich tun, wenn ich ein Wespennest gefunden habe?

Bei der Entdeckung eines Wespennests in der Nähe einer gemieteten Immobilie ist der Vermieter unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Dieser ist nach den gesetzlichen Regelungen dazu verpflichtet, einen Gutachter mit dem Fall zu beauftragen, sodass geklärt werden kann, ob es notwendig ist, das Wespennest entfernen zu lassen. Die Kosten für eine eventuell notwendige Entfernung des Nestes liegen in der Regel bei 50 bis 100 Euro. Eine Ausnahme eröffnen die gesetzlichen Regelungen all jenen Mietern, in deren Haushalt sich Personen wie zum Beispiel Allergiker befinden, für die von dem Wespennest eine akute Gefahr ausgeht. In einem solchen Fall steht es dem Mieter laut den Regelungen frei, die Entfernung des Nests unverzüglich selbst in Auftrag zu geben, um keine potentielle Gefährdung anderer Personen zu verursachen. Die Kosten sind im Nachhinein trotzdem vom Vermieter zu tragen, so die gesetzlichen Regelungen in Deutschland.

Ausnahmen, in denen der Mieter zahlen muss

Die Schuld liegt jedoch nicht zwingend immer beim Vermieter. Kann dieser zum Beispiel nachweisen, dass die Mieter durch fahrlässiges Verhalten selbst für die Ansiedlung der Wespen in der Nähe verantwortlich sind, kann der Vermieter die Kosten auch auf den Mieter übertragen. Ein möglicher Fall für die Anwendung dieser Regelung wäre zum Beispiel das Pflanzen zahlreicher Obstbäume in unmittelbarer Nähe des Hauses. Weiters gilt auch hier der Grundsatz der Eigentumsverhältnisse. Befindet sich das Wespennest also zum Beispiel in einem Schuhschrank oder etwas dergleichen, dessen Besitzer nicht der Vermieter, sondern der Mieter selbst ist, obliegt natürlich auch die Entfernung des Wespennestes dem Mieter, da er selbst für sein Eigentum verantwortlich ist. Die Kosten für die Beseitigung des Nests sind in einem solchen Fall immer vom Mieter zu tragen.

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