Revolution in der Telemedizin? Tele-Intensivmedizin wird billiger

von Braun, Thorsten veröffentlicht

Revolution in der Telemedizin? Tele-Intensivmedizin wird billiger

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Revolution in der Telemedizin? Tele-Intensivmedizin wird billiger

Vor allem ländliche Regionen in Deutschland könnten in Zukunft stark von der Telemedizin profitieren, denn die Tele-Intensivmedizin wird mobiler und preiswerter.

Telemedizin gegen Strukturschwäche im ländlichen Raum

Es ist keine neue Erkenntnis, dass der ländliche Raum teils unter erheblichen Strukturproblemen leidet. Laut Fachleuten wird es in Zukunft immer schwieriger, die medizinische Versorgung auf hohem Niveau aufrechtzuerhalten. Die neue Telemedizin hat hier laut Experten sehr viel Potenzial und könnte vor allem die intensivmedizinische Betreuung in ländlichen Regionen stark verbessern. Laut Professor Dr. Peter Kranke, Oberarzt und Leiter der klinischen Forschung für Anästhesiologie am Uniklinikum Würzburg, werden die bereits vorhandenen modernen Kommunikationsmöglichkeiten bei weitem nicht ausgeschöpft. So sei es zwar üblich, dass sich Ärzte von verschiedenen Krankenhäusern in schwierigen Fällen telefonisch beraten und gegebenenfalls Patientendaten per Fax austauschen. Prof. Kranke ist jedoch der Meinung, dass dieses Vorgehen schlicht und ergreifend unzeitgemäß, unbefriedigend und vor allem stark verbesserungsfähig ist.

Prof. Dr. Kranke startet Projekt Tele-Intensivmedizin

Deshalb hat Prof. Kranke gemeinsam mit Dr. Muellenbach (Oberarzt für Intensivmedizin am UK-Würzburg), und Dr. Schwedhelm (Zentrum für Telematik e.V. in Gerbrun/bei Würzburg) das Projekt Tele-Intensivmedizin gestartet. Das Ziel des Teams ist ein aus datenschutzrechtlicher Sicht unbedenklicher und vor allem digitaler Transfer von Patientendaten. Neben allgemeinen Patientendaten sollen zusätzlich Labor- und Vitalparameter, radiologische Bilder und weitere notwendige Informationen übermittelt werden. Mit diesen umfangreichen Datensätzen, soll dann eine profunde Fallbesprechung möglich sein.

Freistaat Bayer fördert Telemedizin

Während bereits existierende Telemedizin Systeme in der Regel auf teuren und stationären Geräten beruhen, liegt der Fokus beim Projekt Tele-Intensivmedizin laut Prof. Kranke auf hoher Mobilität und günstiger Hardware. So will das Tele-Intensivmedizin Team vor allem auf handelsübliche Tablet-PCs setzten. Diese seien weit verbreitet, günstig und vor allem hoch mobil. Anfragende Ärzte könnten diese überall im Krankenhaus, in der Ordination oder auch Zuhause einsetzen. Teure und stationäre Spezialhardware und die dazugehörigen Mitarbeiterschulungen sollen ein für alle Mal der Vergangenheit angehören. Der günstige Anschaffungspreis und die geringen Nutzungsbarrieren würden einer schnellen Verbreitung der Telemedizin entgegenkommen. Das bayerische Gesundheitsministerium ließ sich von der Idee des Tele-Intensivmedizin Projekts bereits überzeugen und unterstützt das Projekt mit 250.000 Euro.

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