Pokémon Go hat laut Stiftung Warentest erhebliche Mängel

von Frey, Leon veröffentlicht

Pokémon Go hat laut Stiftung Warentest erhebliche Mängel

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Pokémon Go hat laut Stiftung Warentest erhebliche Mängel

Bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest im Labor kamen bei der sehr beliebten App Pokémon Go etliche Probleme und Mängel zum Vorschein.

Stiftung Warentest - Pokémon Go

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Die Stiftung Warentest hat das sehr beliebte Spiel Pokémon Go für das Smartphone zwar als kritisch, doch nicht als sehr kritisch eingestuft. Auch die sehr starke Kritik welche von den Datenschützern zu dem Spiel kamen, schließen sich die Tester nicht an, doch die Stiftung warnt vor ganz anderen Gefahren, welche real auftreten können.

Pokémon Go

Das Spiel Pokémon Go sammelt viele Daten von den jeweiligen Nutzern. Dies kam bei einem Testlauf bei Smartphone iOS und Android Versionen im Labor heraus. Doch diese ganze Sammelei von Informationen sei notwendig, damit das Spiel überhaupt funktioniere. Anlass zur Kritik gab es allerdings noch von den Testern, da eine Vielzahl von Daten komplett unverschlüsselt übertragen wird. Außerdem steht fest, dass einige Informationen für die Erfassung völlig unklar bleiben.

Datenschutzrichtlinien

Als Problematisch bei Pokémon Go stuft die Stiftung Warentest die Datenschutzrichtlinien und recht langen Nutzungsbedingungen ein. Hier gibt es etliche unzulässige Klauseln. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat aus diesem Grund den Hersteller von Pokémon Go schon einmal abgemahnt.

Keine Verschlüsselung

Völlig unklar bleibt zudem, warum bei der App der Mobilfunkanbieter den Nutzer unbedingt erfassen muss. Außerdem ist fraglich, wozu das Spiel Pokémon Go über eine Berechtigung verfügt, welche überhaupt nicht genutzt wird. Bei der App wird ein Zugriff zum Adressbuch vom jeweiligen Nutzer verlangt, dann werden die vorhandenen Kontakte allerdings nicht zum Firmenserver übertragen. Gar keine Verschlüsselung gibt es nach Ansicht der Stiftung Warentest bei den Standortdaten, sowie der Nutzungsstatistik bei den Betriebssystemen von iOS und Android.

Stiftung Warentest

Die App Pokémon Go ist in der Lage recht viele Daten auch an Dritte zu übertragen. In den meisten Fällen sind dies Dienstleister mit Funktionen wie zum Beispiel Apple oder Google. Dazu gehört auch Upsight, eine Firma die sich mit Marketing, Datentracking und einer zielgerichteten Werbung beschäftigt. Für den einzelnen Nutzer von Pokémon Go sei dies nach Meinung der Stiftung Warentest sehr unerfreulich. Nicht überraschend sei dies aber, da es sich bei Pokémon Go um ein kostenloses Spiel handelt.

Klare Mängel

In Bezug auf die Datenschutzerklärung bei Pokémon Go attestiert die Stiftung Warentest allerdings „sehr klare Mängel“, wobei einige Angaben nicht transparent seien. Hier geht es um den Verkauf von virtuellen Gegenständen, wie zum Beispiel Münzen, Pokebällen oder Lockmodulen, welche für die Pokemonster einen bestimmten Reiz ausüben sollen. Diese können stark ins Geld gehen, warnt die Stiftung Warentest, da hier einfach nur abkassiert wird. Der Rat für Nutzer von Pokémon Go sei, hier auf kein Fall den wirklichen Namen für das Spiel nutzen. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass wenig vom Nutzer an die Öffentlichkeit gerät, könne man bei Pokémon Go einen fiktiven Namen beim Google Account einrichten. Dieser wird dann ausschließlich für einen Download und auch Nutzung von Pokémon Go genutzt. Der Hersteller Niantic untersagt ein solches Vorgehen zwar in den Nutzungsbedingungen, doch dürfte es sehr schwierig werden, einen pseudonymen Account überhaupt zu erkennen.

Fazit

Als Fazit der Stiftung Warentest gilt, dass das gefährlichste beim Spiel Pokémon Go nicht der eigentliche Datenschutz sein, sondern die Unaufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, so wie auch ein Betreten von zum Teil unsicheren Arealen oder auch abgesperrten Gebieten.

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