Maleware KeyRaider. Apple-Accounts sind nicht länger sicher vor Daten-Diebstahl

von Braun, Thorsten veröffentlicht

Maleware KeyRaider. Apple-Accounts sind nicht länger sicher vor Daten-Diebstahl

© Apple

Maleware KeyRaider. Apple-Accounts sind nicht länger sicher vor Daten-Diebstahl

Die Schadsoftware KeyRaider aus China infiziert Apple-Accounts. Die Folge ist ein Diebstahl von Daten und in manchen Fällen auch Lösegeldforderungen.

Lösegeldforderungen kennt man bislang nur bei Entführungen. Nun hat es aber auch Apple erwischt. Wer ein iPhone oder iPad besitzt, kann Opfer einer bösartigen Schadsoftware werden. KeyRaider sperrt Apple-Accounts und legt das Gerät lahm, was einem Diebstahl gleichkommt.

KeyRaider – Schadsoftware aus China

Bereits über 220.000 Apple-Accounts dürften bereits Opfer der Schadsoftware KeyRaider geworden sein. Hat sich die bösartige Software einmal auf dem Gerät eingenistet sperrt es die Apple-Accounts und legt das Gerät still. Nichts geht mehr. Keine Telefonnummer kann mehr aufgerufen und keine Datei eingesehen werden. Wer wieder Zugang zu seinem Gerät haben möchte, der muss Lösegeld bezahlen. Was wie ein guter Krimi von der Kinoleinwand wirkt, ist für viele Besitzer eines iPads oder iPhones harte Wirklichkeit.

Jailbraiks sperren Apple-Accounts

Das US-amerikanische Sicherheitsunternehmen Palo Alto war es, das vor der Schadsoftware KeyRaider warnte. Die Arbeitsweise der Schadsoftware läuft folgendermaßen ab. Vertrieben wird KeyRaider aus China, über Drittanbieter mittels einer App, die jedoch nicht über den App Store von Apple angeboten wird. Ist das Gerät einmal von der Schadsoftware befallen, können alle Daten wie Name, Passwörter und Kreditkartennummer eingesehen und kopiert werden. In der Regel werden die Passwörter getauscht. Der rechtmäßige Besitzer kann dann nicht mehr zugreifen.

Mehr als nur ein Diebstahl von Daten

Der Hacker kann dann mit den Daten nach Belieben einkaufen und Überweiswungen tätigen. Dabei kommt es nicht nur zu einem finanziellen Schaden. Da die Überweisungen und Einkäufe in fremden Namen gemacht werden, kann dies zu weitreichenden Problemen führen. Vor allem dann, wenn der Hacker mit der gestohlenen Identität illegale Geschäfte abwickelt. In manchen Fällen kontaktieren Hacker ihre Opfer und verlangen Lösegeld, soll das Gerät wieder freigegeben werden.

Auch Kunden in Deutschland sind betroffen

Unter den Opfern von KeyRaider sind Palo Alto zufolge auch viele Kunden aus Deutschland. Von allen Betroffenen weltweit sollen bereits über 20.000 Lösegeld an die Hacker bezahlt haben, um wieder über ihr Gerät verfügen zu können. Wer sein Gerät wirksam schützen will, sollte keine Fremden Apps installieren. Apple-Geräte die mit einem Jailbreak geöffnet wurden sind daher besonders anfällig für das Eindringen von Schadsoftware in Apple-Accounts, die den Diebstahl von persönlichen Daten und Erpressungen ermöglichen.

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