Irreführung der Kunden: Wettbewerbszentrale rüffelt Zalando

von Aachen, Ulrike veröffentlicht

Irreführung der Kunden: Wettbewerbszentrale rüffelt Zalando

© Zalando

Irreführung der Kunden: Wettbewerbszentrale rüffelt Zalando

Laut der Wettbewerbszentrale weist Zalando beizeiten falsche Lagerbestände aus, setzt so Kunden unter Entscheidungsdruck und wird daher wegen Irreführung abgemahnt.

Zalando: Verdacht der Irreführung

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Gegründet im Jahr 2008 von David Schneider und Robert Gentz, ist Zalando heute einer der führenden deutschen Online-Shops – 2014 wurde die Umsatzgrenze von 2 Milliarden Euro überschritten. Was nach einem Vorzeigeunternehmen klingt, hat offenbar auch seine Schattenseiten: Der Berliner Schuh- und Modehändler soll die vorhandene Stückzahl seiner Produkte oftmals zu niedrig angesetzt haben, um die Kunden zu einem möglichst raschen Kauf zu animieren – diese Irreführung ist laut § 5 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verboten.

Wettbewerbszentrale verschickt Abmahnung

„3 Artikel verfügbar“ war auffallend häufig zu lesen – so wurde Knappheit suggeriert, die zumeist gar nicht bestand, wie ein Rechercheteam des Norddeutschen Rundfunks ans Licht brachte und somit die Wettbewerbszentrale Hamburg auf den Plan rief. Nachdem mittels Testkäufen der Verdacht der Irreführung als erwiesen galt, erhielt Zalando eine Abmahnung: Die Strafgebühr von etwa 240 Euro wird schnell bezahlt sein, die abzugebende Unterlassungserklärung hingegen dürfte dem Management deutlich mehr Kopfzerbrechen bereiten.

Zalando widerspricht und ergreift Maßnahmen

Zalando-Sprecherin Nadine Przybilski stellte klar, dass die Angaben der Lagerbestände korrekt seien und laufend mit dem Warenwirtschaftssystem abgestimmt werden. Die Kunden sollten weder getäuscht noch zum zum Kauf gedrängt werden: Das sei ohnehin unsinnig, da die Ware innerhalb einer angemessenen Frist kostenlos zurückgesendet werden kann – das Risiko eines Fehlkaufs werde dadurch ausgeschaltet. Reagiert wurde trotzdem: Sind von einem Artikel mehr als drei Einheiten vorrätig, wird dieses nun mit „Mehr als 3 Stück verfügbar“ angepriesen.

Kein Einzelfall

Diese Täuschungsmanöver haben Methode: Nach Auskunft seitens der Wettbewerbszentrale stellen mehrere Firmen vorsätzlich falsche Zusatzinformationen im Internet bereit, um bei der Kundschaft eine überhastete Kaufentscheidung zu provozieren. Beispielsweise geben manche Reiseportale erhöhte Buchungsauslastungen an, damit sich Urlauber möglichst frühzeitig eine Unterkunft sichern – der Hotelzimmer-Vermittler Booking.com wurde daher ebenfalls von der Wettbewerbszentrale gemaßregelt. Somit bleibt festzuhalten: Verbraucher sollten bei vermeintlich nahezu ausverkauften Schnäppchen nicht überstürzen und sich die Zeit nehmen, Preise zu vergleichen und das Angebot genau zu prüfen.

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