Cyberkriminelle haben es immer mehr auf Gamer abgesehen

von Aachen, Ulrike veröffentlicht

Cyberkriminelle haben es immer mehr auf Gamer abgesehen

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Cyberkriminelle haben es immer mehr auf Gamer abgesehen

Die Zahl der Angriffe von Cyberkriminellen auf Gamer steigt immer weiter an, die aktuelle Daten zeigen. Die Maschen und wie man sich als potentielles Opfer schützen kann.

Der Markt der Gaming Branche wächst immer weiter - Und damit auch jener der Cyberkriminellen

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In Deutschland konnte die Gaming Branche im Jahr 2014 einen Umsatz von mehr als 1,8 Milliarden Euro erzielen, wie nun der Bundesverband Interaktive Unterhaltung, kurz BIU, verkündet. Aus diesem Grund spezialisieren sich auch immer mehr Cyberkriminelle auf Gamer und versuchen, diesen das Geld mit Schadprogrammen, Pishing Mails und weiteren Tricks, den Gamern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Das Hauptgeschäft der Cyberkriminellen im Gaming Sektor

Die sogenannten Keys, die heute für die meisten Videospiele benötigt werden, um die heruntergeladene Software auch tatsächlich nutzen zu können, erwerben die meisten Spieler mittlerweile im Internet. Die beliebtesten Spiele wie zum Beispiel Grand Theft Auto 5 oder The Witcher 3 werden laut dem Sicherheitsunternehmen G Data auf einschlägigen Plattformen meist für einen Bruchteil des normalen Preises angeboten. Wie Ralf Benzmüller, Chef der G Data Sicherheits Labore, erklärt, wenden die Cyberkriminellen immer öfter gestohlene "Keys" an, um ihren Verdienst zu erhöhen, indem sie diese illegal im Internet vertreiben: "Cyberkriminelle setzen immer stärker auf den Handel mit illegal erworbenen Registrierungsschlüsseln für Spiele", "Gamer sollten daher Angebote im Internet genau prüfen und dauerhaft eine Sicherheitslösung einsetzen", erzählt der Experte weitere und warnt ausdrücklich vor unüberlegten Klicks bei verdächtigen Inhalten.

Große Gewinne mit illegal erworbenen Keys für die beliebtesten Spiele

Eine Vielzahl von Cyberkriminellen lebt gut von den illegal verkauften Keys, denn auch auf legalem Wege kaufen die meisten Spieler ihre Software heute schon im Internet. Legale Spiele Plattformen wie etwa Steam oder Origin verkaufen ebenfalls eine Vielzahl an Games, hier allerdings mit Zustimmung der Hersteller und inklusive Lizenz. Hier hat der Spieler nach einem Kauf vor allem auch die Gewissheit, die Software ohne Probleme dauerhaft nutzen zu können und den Spielspaß zu genießen, wo und wann er will. Denn im Falle von illegal erworbenen Keys erfolgte vor dem Verkauf meist eine Abrechnung über eine gestohlene Kreditkarte. Da der Besitzer der Karte den Vorfall aber natürlich sofort melden wird, ist eine Sperrung des Accounts zu erwarten - Dann ist das Geld weg und der gültige Key ebenso.

Der beste Schutz vor Cyberkriminellen ist die alt bewährte Vorsicht

Als Spieler solle man zum Schutz vor Cyberkriminellen generell bei allem besonders skeptisch sein, was nicht auf offizieller Linie veröffentlicht wurde. So zum Beispiel Patches oder Modifikationen, bei denen die Herkunft nicht geklärt ist. Wichtig ist auch, dass Updates nur dann geladen und installiert werden, wenn sie offiziell vom Hersteller veröffentlicht und auch von diesem angeboten werden. Auch eMails, die Daten vom Kunden fordern oder verdächtige Inhalte präsentieren, sollten sofort gelöscht werden. Hier gilt die Faustregel: Alles, was zu gut ist, um wahr zu sein, ist es nicht. Die neueste Masche der Cyberkriminellen funktioniert zwar beinahe genau nach diesem Prinzip, allerdings umgekehrt. Hier verschicken die Cyberkriminellen Pishing Mails mit besonders schockierenden Inhalten, um die Opfer möglichst in Panik dazu zu bringen, den Anweisungen zu folgen.

Sichere Passwörter können auch eine Gamer den Angriff eines Cyberkriminellen ersparen

Eine essentielle Komponente ist aber auch beim Gaming, wie über all anders auch, die Verwendung von sicheren Passwörtern. Wie es die meisten, größeren Unternehmen und Plattformen bereits vorschreiben, sollte ein sicheres Passwort aus mindestens 8 Zeichen bestehen, Klein- und Großbuchstaben enthalten und mit Zahlen sowie im besten Fall auch Sonderzeichen gespickt sein.

Die Zwei Faktoren Authentifizierung gegen die Cyberkriminellen

Speziell im Gaming Bereich empfehlen die Spezialisten der Firma G Data auch die sogenannte Zwei Faktor Authentifizierung, die von Unternehmen wie Steam oder Origin schon seit längerem angeboten wird. Über dieses Verfahren wird es dem Unternehmen möglich, den Nutzer auf einfache Weise auch dann noch zu identifizieren, wenn das Passwort alleine keine aussagekräftigen Informationen mehr liefert. Zudem empfehlen die Sicherheits Experten von G Data, ausschließlich seriöse Gaming Plattformen wie etwa Steam oder Origin zu verwenden, da die Kunden hier in der Rege keine Angst vor möglichen Angriffen haben müssen.

Wertguthaben bei Steam oder Orgigin

Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, können hier auch sogenannte Wertguthaben erworben werden. Mit einem solchen Guthaben wird dem eigenen Account ein gewisser Betrag gutgeschrieben, der anschließend eingesetzt werden kann, ohne, dass gleichzeitig eine Kredit- oder Bankomatkarte hinterlegt ist. Auf diese Weise kann man sich als Nutzer absichern, dass selbst im Falle eines Angriffs maximal das Guthaben auf der Plattform verloren geht, nicht aber das Kapital auf dem Bankkonto.

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