Boomendes Werbegeschäft verschafft Google sattes Umsatz- und Gewinnplus

von Hauptmann, Alexander veröffentlicht

Boomendes Werbegeschäft verschafft Google sattes Umsatz- und Gewinnplus

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Boomendes Werbegeschäft verschafft Google sattes Umsatz- und Gewinnplus

Google beeindruckt mit Umsatz- und Gewinnzahlen – Ursachen sind die Sparpolitik und das florierende Werbegeschäft, das allerdings ständigem Wandel unterworfen ist.

Der Suchmaschinenriese und seine vielfältigen Tätigkeitsbereiche

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Google ist schon längst weit mehr als der 1998 von Larry Page und Sergey Brin gegründete Suchmaschinen-Spezialist, ist aber in diesem Kernbereich mit einem Anteil von knapp drei Vierteln aller Internet-Suchanfragen nach wie vor globaler Marktführer. Mit der Nexus-Reihe werden Smartphones und Tablets produziert, die mit dem weit verbreiteten Google-Betriebssystem Android ausgestattet sind. Ferner arbeitet Google beispielsweise an einem eigenständig fahrenden Auto oder in der Stratosphäre schwebenden Heißluftballons, die an entlegenen Orten einen flächendeckenden Internetzugang ermöglichen sollen. Das alles verlangt nach einem hohen Umsatz, den der US-Konzern zu etwa 90 % über Werbeeinnahmen generiert.

Quartalsbericht: Google mit imposanten Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn

Google verkündete am Donnerstag (16. Juli 2015) das zweitbeste Quartalsergebnis der langjährigen Firmengeschichte: Der Umsatz wuchs überraschend stark auf 17,73 Milliarden $, was einem Plus von 11 % entspricht. Der Nettogewinn stieg dabei von 3,35 Milliarden $ des Vorjahres um 17 % auf 3,93 Milliarden $ beziehungsweise 6,99 $ je Aktie ohne Sonderposten. Erstmals nach eineinhalb Jahren wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen, was von den Anlegern hocherfreut honoriert wurde: Die Google-Aktie zog nachbörslich um 7,5 % an.

Google und Online-Werbung im Wandel

Dieser Quartalsbericht legt auch offen, dass sich der Internetgigant im Umbruch befindet und mit ihm das gesamte Online-Werbegeschäft. Noch vor Kurzem war das Werben abseits der firmeneigenen Angebote auf Dritt-Webseiten per AdSense eine wesentliche Umsatz-Quelle, die inzwischen langsam als „Legacy Business“, sprich Altlasten-Geschäft, versiegt. Neben den stationären werden immer mehr mobile Endgeräte genutzt, was CBO Omid Kordestani bestätigt: In zehn Ländern (darunter die USA und Japan) werden mittlerweile mehr mobile Suchanfragen verzeichnet als vom Desktop aus. Werbeeinblendungen auf Smartphones oder Tablets sind weniger einträglich als auf PCs – so sank zwar der Durchschnittspreis (Cost per Click) um 11 %, was aber durch die höheren Klickzahlen mehr als wett gemacht wurde.

Werbung: Fokus auf YouTube & Co.

Somit gilt die Konzentration verstärkt dem Werben auf den eigenen Plattformen – allen voran auf dem Videoportal YouTube, das sich Google Ende 2006 1,65 Milliarden $ in Aktien kosten ließ. Omid Kordestani ist der Ansicht, YouTube sei für junge Menschen genau das, was für ältere Generationen das Fernsehen war. Als Beleg dient das Ergebnis einer Studie, wonach die Videoplattform in den USA mehr Zuschauer zwischen 18 und 49 Jahren erreicht als der reichweitenstärkste TV-Kanal. Registriert wurde hierbei ausschließlich die mobile Nutzung, nicht jedoch jene via Desktop – inklusive Letzterer würde das Resultat wohl drastischer zugunsten des Google-Dienstes ausfallen.

Google und seine Sparpolitik

Erstmals in der Unternehmensgeschichte verfolgt Google eine rigorose Sparpolitik. Dafür wurde im Mai dieses Jahres die Top-Managerin Ruth Porat von der US-Investmentbank Morgan Stanley abgeworben und als neue Finanzchefin installiert. Ihre Sparmaßnahmen scheinen bereits zu fruchten: Die Ausgaben sind binnen Jahresfrist relativ zum Umsatz stabil geblieben, mit dem aktuellen Quartalsbericht gelang ihr ein Einstand nach Maß. Sparen und Kostendisziplin sind aus folgendem Grund notwendig: Die Online-Werbung verändert sich und verliert dadurch an Dynamik, was sich in naher Zukunft im nicht mehr so stark wachsenden Umsatz widerspiegeln wird. Zum weiteren Vorgehen hüllt sich die Chefetage in Schweigen, vermutet wird eine 70-20-10-Verteilung: 70 % der Gelder gehen in die Kerngeschäfte, 20 % wandern in direkt damit verbundene Projekte und die restlichen 10 % bleiben für die Umsetzung neuer Ideen.

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