Amazon Underground - Kostenlose Apps für die totale Überwachung?

von Frey, Leon veröffentlicht

Amazon Underground - Kostenlose Apps für die totale Überwachung?

© Amazon Underground

Amazon Underground - Kostenlose Apps für die totale Überwachung?

Bei Amazon Underground gibt es alle Apps umsonst. Dafür muss der Kunde aber viel von sich preisgeben. Denn die Underground-App überwacht vollständig das Nutzerverhalten

Amazon Underground - App kostenlos gegen Überwachung

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Hunderte von App sollen es sein, die man bei Amazon Underground umsonst erhält. Dazu dürften Spiele, Office-Programme und vieles mehr gehören, die man sonst nur für Geld bekommt. Was sich anhört wie das digitale Schlaraffenland, hat auf der anderen Seite aber einen Haken. Alle Nutzer einer Underground-App werden nämlich überwacht. Jedes mal wenn man die jeweilige Anwendung benutzt, werden Nutzerstatistiken erfasst und an Amazon übermittelt. Der Hersteller wird dann nach der Zahl der Aufrufe entlohnt.

Underground-App - So soll es funktionieren

Für Amazon handelt es sich bei diesem Vorgehen natürlich um eine neue Strategie. Hier wittert man das große Geschäft, denn solch ein Angebot hat es bisher noch nicht gegeben. Das Prinzip ist einfach: Über Amazon Underground erhält man Apps, welche man sonst nur gegen Bares bekommen würde. Selbst etwaige Gebühren innerhalb der App - die sogenannten In-App-Bezahlungen - wird es dann nicht mehr geben. Allerdings muss man für diesen kostenlosen Luxus darin einwilligen, dass die Nutzerfrequenz von Amazon minutengenau erfasst wird. Dies betrifft auch das Nutzungsverhalten - also etwa, welche Inhalte innerhalb einer App bezogen werden. Das Fachmagazin Golem hatte derartige Informationen bereits vor einiger Zeit erhalten.

Apps für alle

Das Modell von Amazon Underground ist eindeutig auf Masse ausgerichtet. Möglichst viele Entwickler sollen ihre Apps gratis zur Verfügung stellen. Schon jetzt scheint das Prinzip der Underground-App Früchte zu tragen. Über 450 Anwendungen aus allen Bereichen sollen bereits zur Verfügung stehen und ihre Zahl soll weiter wachsen. Allerdings kann man die Apps nicht einfach von der Webseite des Anbieters beziehen. Um auf Amazon Underground zugreifen zu können, muss man nämlich eine spezielle App herunterladen. Diese findet man unter der Adresse amazon.de/underground. Dabei hat Amazon aber auch alles dafür getan, dass sich der Kunde tatsächlich wie im Untergrund vorkommt. Der Hintergrund wird durch ein vergilbtes Stück Papier dargestellt, während der ganze Text mit Schreibmaschine verfasst ist. So machen es auch einige Geheimdienstportale gerne, wobei man mit der Underground-App ja gar nicht so falsch liegt.

Berechtigungen in Masse

Amazon Underground kann derzeit nur auf Android-Geräten genutzt werden. Allerdings ist die Masse an Berechtigungen, die die Underground-App verlangt, kaum noch zu überblicken. Das diese überhaupt in voller Pracht angezeigt werden liegt darin begründet, das Amazon natürlich dazu verpflichtet ist, die Überwachungsmaßnahmen abzusichern. Allerdings möchte die App auch gerne Zugriff auf das Mikro haben, um damit Aufnahmen anzufertigen. Das Adressbuch wird ausgelesen und selbst eingehende SMS können mitverfolgt werden. Ob dies alles wirklich nötig ist - hier klingeln in jedem Fall die Datenschutzglocken. Je öfter man Amazon Underground nutzt, umso mehr Geld erhält dabei der Entwickler. Das Prinzip ist nicht ganz neu, denn auch das Kindle-Bezahlmodell funktioniert nach dem gleichen Muster, wobei hier allerdings nach Minute abgerechnet wird. 18 Cent erhält dabei der jeweilige Entwickler von Amazon. Allerdings gibt es auch einen Weg aus der ganzen Sache heraus. Jeder Anbieter der seine Apps nicht mehr auf Amazon Underground einstellen möchte, kann diese auch wieder entfernen.

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