Der Videobeweis: Hilfreich oder unnütz?

von Frey, Leon veröffentlicht

Der Videobeweis: Hilfreich oder unnütz?

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Der Videobeweis: Hilfreich oder unnütz?

Videobeweis beim Fußball - Pro und Kontra der Aufzeichnungen von Fußballspielen. Ist der Videobeweis hilfreich oder unnütz?

Der Videobeweis

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Wenn man Aufzeichnungen von Fußballspielen der vergangenen Jahrzehnte anschaut, dann erkennt man: Das Spiel ist in den letzten Jahren sehr viel schneller geworden. Die Protagonisten auf dem Platz sind sprintstärker und dynamischer, und der Schiedsrichter muss seine Entscheidungen in kürzerer Zeit treffen. Zugleich geht es im Fußball um immer mehr Geld, und Fehlentscheidungen können fatale Folgen haben. Nicht nur können dem benachteiligten Club Millionen von Euro entgehen. Auch wer bei Wettanbietern wie Betway auf einen bestimmten Spielausgang tippt, wird nicht gerade erfreut über ein gegebenes Abseitstor oder einen unberechtigten Elfmeter sein.

Video Assistant Referee (VAR)

Diese Überlegungen brachten die FIFA Anfang der 2010er-Jahre dazu, den Video Assistant Referee (VAR) zu testen. Nach einer längeren Erprobungsphase kam er ab Sommer 2016 erstmals in Pflichtspielen zum Einsatz. Europäische Top-Ligen wie die Bundesliga und die Serie A führten den Videoschiedsrichter in der Saison 2017/2018 ein. Auch bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland wurden die Entscheidungen des Schiedsrichters vom VAR überprüft, in der Champion League wird er im Februar 2019 eingeführt. Dennoch ist der Videoschiedsrichter durchaus umstritten.

International Football Association Board (IFAB)

In den Regeln des International Football Association Board (IFAB) ist klar festgelegt, in welchen Situationen der VAR Entscheidungen des Schiedsrichters überprüfen soll. Das geschieht bei Toren, Elfmetern und roten Karten, bei denen kontrolliert wird, ob sie regelkonform waren. Zudem soll der Videoschiedsrichter prüfen, ob der richtige Spieler eine gelbe oder rote Karte gesehen hat. Über diese Festlegungen scheinen viele Fußballfans nicht im Klaren zu sein. So kam es im WM-Finale 2018 zwischen Frankreich und Kroatien zu einer umstrittenen Szene, in der der Franzose Antoine Griezmann mit einer Schwalbe einen Freistoß in Tornähe herausgeholt hat. In der Folge führte der Freistoß zum 1:0 für den späteren Sieger und Weltmeister Frankreich. Viele Zuschauer waren irritiert darüber, dass der Videoschiedsrichter bei Griezmanns regelwidriger Aktion nicht eingegriffen hat. Weil es sich jedoch nur um einen Frei- und nicht um einen Strafstoß handelte, durfte der VAR die Situation nicht überprüfen.

Videoschiedsrichter

Allerdings läuft auch in Szenen, in den der Videoschiedsrichter eingreifen dürfte, nicht immer alles richtig. So erzielte der Hamburger Filip Kostić Ende Januar 2018 aus Abseitsposition ein Tor gegen RB Leipzig, das der Schiedsrichter als regulär ansah. Eine Korrektur durch den VAR erfolgte nicht, weil in dessen Videobildern keine kalibrierten Linien vorhanden waren. Auf diese präzisen Linien, die virtuell auf das Spielfeld gelegt werden, können Videoschiedsrichter in der Bundesliga erst seit dem Sommer 2018 zurückgreifen. In Australien entschied ein Abseitstor sogar das Meisterschaftsfinale – und das, obwohl dort ein VAR im Einsatz war.

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