Fahrgastrechte Deutsche Bahn - Erstattung durch DB bei Verspätung

Fahrgastrechte Deutsche Bahn - Erstattung durch DB bei Verspätung

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Fahrgastrechte Deutsche Bahn - Erstattung durch DB bei Verspätung

Bei einer Verspätung muss die Deutsche Bahn eine Erstattung der Fahrkosten vornehmen. Wir verraten, wie man die Fahrgastrechte bei der DB richtig wahrnimmt.

Deutsche Bahn zur Erstattung verpflichtet - Fahrgastrechte beachten

Die Deutsche Bahn - das ist nicht nur die große Freiheit, hinfahren zu können wohin man will - nein, das Unternehmen steht auch für Pannen. Hauptsächlich Verspätungen sind es, die den Reisenden zu schaffen machen. Unter Umständen kommt ein Zug auch gar nicht an. Wer nun glaubt, die teuere Fahrkarte sei ungültig und das Geld futsch, der irrt aber. Als Fahrgast der DB hat man nämlich auch Fahrgastrechte. Durch diese kann man bei der Bahn sehr wohl eine Erstattung der Fahrkosten verlangen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Erstattung nicht nur in Bar, sondern von der DB auch als Gutschein gewährt werden kann. Damit keine Fehler passieren und jeder zu seinem Geld kommt, haben wir hier einen kleinen Ratgeber für euch.

Beförderungsvertrag mit der DB

Mit dem Kauf einer Fahrkarte der DB, hält man nicht nur ein Stück Papier in der Hand. Der Fahrschein stellt nämlich einen Beförderungsvertrag dar. Durch diesen Vertrag werden auch die Fahrgastrechte gewährleistet und dies in der gesamten Bundesrepublik. Dabei ist es unerheblich, ob man mit einen ICE, einer S-Bahn oder einen Regio unterwegs ist - selbst der Betreiber spielt dabei keine Rolle - diese Rechte verändern sich niemals. Somit hat man durch die Deutsche Bahn und allen anderen Anbietern, ein Instrument in den Händen, dass in einer schwerwiegenden Situation Abhilfe schaffen kann.

Deutsche Bahn Baustellen & Fahrplanänderungen der DB

Erstattung durch die Deutsche Bahn - In diesen Fällen darf man die Fahrgastrechte wahrnehmen

Hat ein Zug eine Verspätung von 60 Minuten, muss die Deutsche Bahn eine Entschädigung von 25 Prozent des Kaufpreises gewähren. Allerdings gilt dies nur für eine einfache Fahrt. Bei einer Hin- und Rückfahrt werden diese 25 Prozent auf die Hälfte der Kosten der Fahrkarte angerechnet. Nach dem gleichen Muster läuft es ab, wenn der Zug sogar 120 Minuten Verspätung hat. Hier werden dann durch die Fahrgastrechte aber gleich 50 Prozent gewährt. Ist man hingegen mit einem ICE unterwegs und muss hier 30 Minuten warten, so erfolgt eine vollständige Erstattung des Sprinter-Aufpreises.

Regelungen bei der Erstattung

In erster Linie muss die Deutsche Bahn ihrer Informationspflicht nachkommen. Hierzu werden von der DB heute mehrere Möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Zum einen kann man natürlich die traditionellen Methoden direkt am Bahnhof oder per Telefon nutzen. In Zeiten des Smartphones gibt es aber auch einige Apps, die zu diesem Zweck herangezogen werden können. So kann man sich über das RIS im Grunde alle wichtigen Informationen über Verspätungen verschaffen. Aber auch das Zugradar oder der Navigator bieten umfangreiche Möglichkeiten, sich zu informieren. Wer hier erfährt, dass sein Zug am Zielbahnhof eine Verspätung von mindestens 60 Minuten haben wird, der kann entscheiden die Reise abzubrechen oder sie nicht anzutreten. In diesem Falle muss die Deutsche Bahn, gemäß der Fahrgastrechte, den Kaufpreis des Tickets in voller Höhe erstatten. Dies gilt auch dann noch, wenn sich dies erst während der Fahrt ergibt. Allerdings muss man hier zum Startbahnhof zurückkehren, damit die Erstattung in voller Höhe wirksam wird. Wer seine Fahrt unterwegs abbricht, der bekommt zumindest die Hälfte des Fahrpreises zurück.

Kostenübernahme durch die Deutsche Bahn

Beträgt die Verspätung eines Zuges 20 Minuten, so kann man auch einen anderen Anschlusszug nutzen. Hier müssen die Kosten aber im Vorfeld selbst getragen werden - diese werden erst im Nachhinein durch die DB erstattet. Eine Ausnahme stellen hier die ermäßigten Tickets der Deutschen Bahn dar wie zum Beispiel, das Schöne-Wochenend-Ticket oder das Quer-Durchs-Land-Ticket. Hier werden die Kosten sofort übernommen, sofern diese tatsächlich anfallen. Allerdings sollte man auch hier auf Nummer sicher gehen. So sollte man sich an einen Angestellten der DB wenden, und sich seine Fahrgastrechte von diesem bestätigen lassen.

Recht auf anderes Fahrzeug

Bei einer Verspätung von 60 Minuten hat man das Recht auf ein anderes Fahrzeug. Allerdings trifft dies nur dann zu, wenn die geplante Ankunftszeit des Zuges zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr liegt. Somit muss die DB hier auch die Fahrt mit einem Taxi oder einen Bus bezahlen. Allerdings findet eine Erstattung der Kosten hier nur bis zu einer Höhe von 80 Euro statt. Auch wenn ein Zug komplett ausfällt, muss die Bahn ein Ersatzfahrzeug stellen. Dies ist dann der Fall, wenn es sich bei dem ausgefallenen Zug um die letzte Verbindung handelt und der Bahnhof nur mit einem Fahrzeug erreicht werden kann. Selbst eine Übernachtung muss durch die Bahn - gemäß der Fahrgastrechte - bezahlt werden, sofern die weiterfahrt am selben Tag nicht mehr zumutbar ist.

Deutsche Bahn Fundbüro

Zeitkarten

Bei Zeitkarten wird nicht nach Prozenten gerechnet, vielmehr wird hier eine pauschale Erstattung vorgenommen. Wer also eine Monatskarte oder eine andere Art Zeitkarte besitzt, der muss alle Fälle einer Verspätung sammeln, und zum Zeitpunkt des Ablaufes der Gültigkeit der jeweiligen Karte, an das Service-Center der Bahn schicken. Dabei wird findet eine Erstattung aber einer Zeit von 60 Minuten statt. Zudem wird hier zwischen erster und zweiter Klasse unterschieden. Alle Beträge unter 4 Euro werden allerdings nicht ausgezahlt - nur wer sammelt, der hat hier also eine Chance auf Entschädigung. Generell gilt, dass rund 25 Prozent des Kartenwertes ausgezahlt werden.

Karte Erstattung pro Fahrt ab 60 Minuten Verspätung  
  2. Klasse 1. Klasse
Zeitkarten des Nahverkehrs, Länder-Tickets, Schönes-Wochenende-Ticket, Quer-durchs-Land-Ticket 1,50 € 2,25 €
Zeitkarten des Fernverkehrs 5,00 € 7,50 €
BahnCard 100 10,00 € 15,00 €

Deutsche Bahn Formalitäten

Um die Fahrgastrechte wahrnehmen zu können, muss man ein Formular bei der Bahn ausfüllen. Bei einer Verspätung im Zug, sollte dieses direkt vom Personal verteilt werden - andernfalls sollte man direkt nachfragen. Zuhause kann man sich das Formular auch per PDF herunterladen und Ausdrucken. Im Zug besteht allerdings der Vorteil, dass die Verspätung sofort durch das Personal bezeugt werden kann. Wer erst Zuhause sein Formular ausfüllt, muss aber dennoch nicht fürchten leer auszugehen, denn die DB-Information kann eine Bestätigung bis zu 5 Tagen und die Reisecentren sogar bis zu einem Jahr nach der Fahrt ausstellen.

Der weitere Weg

Hat man das Formular ausgefüllt und eine Bestätigung erhalten, muss man dieses nur noch in einem DB-Reisezentrum zusammen mit der Fahrkarte abgeben. Hier wird dann sofort die Auszahlung vorgenommen, wobei man sich entscheiden kann, ob man diese als Gutschein oder in bar haben möchte. Bei Sonderfällen, wenn etwa eine Übernachtung von einem selbst bezahlt, muss man sich allerdings an das Servicecenter Fahrgastrechte in Frankfurt am Main wenden. Sollte hier die Erstattung verweigert werden, kann auch ein Widerspruch eingelegt werden.

Auch andere Fälle zählen

Nicht nur bei Verspätungen kann man eine Beschwerde einreichen. Die Anzahl der Vorfälle erstreckt sich noch über viele weitere Punkte. Sollte es in einem solchen Fall Probleme geben, kann sich jeder an die Schlichtungsstelle des Öffentlichen Personenverkehrs e.V. wenden. Hier wird dann mit der Bahn entsprechend verhandelt.

Deutsche Bahn-Gutschein

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