Autonomes Fahren bei Bosch im Tesla Model S

von Braun, Thorsten veröffentlicht

Autonomes Fahren bei Bosch im Tesla Model S

© Tesla

Autonomes Fahren bei Bosch im Tesla Model S

Mit dem Tesla Model S testet Bosch autonomes Fahren und möchte bis zum Jahr 2020 dies auf vielen Autobahnen ermöglichen und sicher machen.

Der Hersteller Bosch testet Autonomes Fahren am Tesla Model S. Die großen Autohersteller und Zulieferer arbeiten mit großem Druck an den Systemen zum Autonomes Fahren. Hier testet der Zulieferer Bosch mit einem selbstständig fahrenden Fahrzeug, dem Tesla Model S, welches auf der Autobahn A81 beim Ort Heilbronn unterwegs war.

Fahrzeugführung

Zwar erinnert das Ganze etwas an frühere Kindertage, wie zum Beispiel „Schau mal Vati – freihändig“ und dann geht’s auch schon die ganze Böschung herunter. Doch dieses Fahrmannöver bleibt bei Testfahrten mit dem Tesla S Model zum Glück erspart. Aber das freihändig fahren, funktioniert schon Mal, zumindest bei der Autobahnfahrt von Heilbronn nach Ludwigsburg, ohne größere Probleme. Das Tesla Model S Model ist nun das zweite Fahrzeug, welches der Autozulieferer Bosch für Autonomes Fahren nutzt, und das ganze außerhalb des eigenen Labors. Als erster Hersteller hatte BMW ein autonomes Fahren ausprobiert. Dabei erkannte man ganz gut, dass es sich um kein normales Fahrzeug gehandelt hat. Auch das Tesla S Model gibt es in einer zweifachen Ausführung, genauso wie den BMW. Einer davon in Stuttgart, ein Zwillingsmodel in Paolo Alto (Kalifornien). Somit sind die ersten Elektroautos unterwegs, wo es um autonomes Fahren geht.

Autonomes Fahren

Für ein autonomes Fahren benötigen die Ingenieure von Bosch auf jeden Fall ein sehr genaues und aussagestarkes Kartenmaterial, als es zum Beispiel der Kartendienst vom Anbieter Tom Tom bietet. Die Daten müssen dabei entsprechend aufbereitet werden. Als ganz aktuelle gelten sie dann für eine Strecke von 30 km, auf der Autobahn A81. Hier kann man von einem vernetzten Horizont sprechen, mein der Technische Direktor des Herstellers Bosch, Michael Strugala, der für das Projekt der vernetzten Fahrzeuge zuständig ist. Die jeweiligen Karten sind dabei speziell in einem Layer geschichtet. Im Moment sind es zurzeit noch Sehenswürdigkeiten und bestimmte Standort mit Radarfallen, die als eine Ebene von der Karte stammen. Doch zukünftig kommt der Layer hinzu, dann sind auch wichtige Informationen über Baustellen enthalten. Auch ein Stauende oder liegengebliebenes Fahrzeug können vom System erkannt werden. Die Karten werden dabei mit speziellen Attributen ausgestattet, die durch Sensoren vom Fahrzeug erkannt werden. Diese gesammelten Daten des vernetzten Fahrzeugs werden an eine Cloud geschickt und können dort jederzeit abgerufen werden und für Tests verwendet werden.

Bosch

Bei der Aufbereitung von dem ganzen Kartenmaterial kann sich Bosch ein eigenes Geschäftsmodell vorstellen, meint der Geschäftsführer von der Robert Bosch GmbH, Dirk Hoheisel. Hier besteht die Option an einer Wertschöpfungskette zu arbeiten. Doch Karten möchte Bosch für autonomes Fahren nicht selber anbieten, da sieht man hier keine Notwendigkeit. Denn die großen Autohersteller haben mit dem Kartenmaterial von Nokia eine sehr gute Basis. Bei Bosch ist man zudem überzeugt, bei dieser Technologie mit 3 Systemen zu arbeiten. Dazu gehören Radarsensoren, Laserscanner und Stereokameras. Der Hersteller Mercedes sieht nur Kameras und Radarsensoren für die Technologie vor. Doch wenn mal ein technisches Problem vorliegt, müsste eben ein anderes Einspringen. So haben die Tests bei Bosch festgestellt, dass bei einer Testfahrt mit dem Tesla S Modell die Kameras bei sehr grellem Sonnlicht blenden. In diesem Fall springen dann ein Laser und ein Radar ein.

Tesla Model S

Autonomes Fahren ist allerdings auf der Autobahn noch nicht so entspannt, wie viele Leute es gerne schon hätten. Mit dem Tesla S Model bewegt man sich dabei noch wie ein Fahranfänger, erzählt der Testfahrer Xavier Vagedes, als er einfach man die Hand vom Lenkrad losließ und das Fahrzeug alleine fuhr. Im Moment ist das Bosch System zum autonomes Fahrer noch komplett auf Sicherheit ausgelegt. Wer dagegen flotter dem Tesla Model S auf der Autobahn unterwegs sein möchte, wird zurzeit noch keine große Freude an dem System haben.

Sensorik

Das Tesla Model S für autonomes Fahren ist dabei auf eine Geschwindigkeit von 130 km/h programmiert. Wenn sich das Fahrzeug auf einen LWK nähert, bremst das System zur Sicherheit erstmal ab. Wenn sich auf der linken Fahrseite, kein Auto nähert wird dies registriert und das Fahrzeug setzt ganz selbstständig einen Blinkvorgang ein. Als nächstes schert es aus und überholt den LKW. Die komplette Sensorik an Bord, reagiert außerordentliche vorsichtig. Denn sobald der LKW beim Überholvorgang nur einige Zentimeter nach links schert, schwenkt das Tesla Model S sofort rüber auf die vorhandene dritte Spur. Aber in sehr brenzligen Situationen reagiert das System schon sehr gut. Kommt es zum Beispiel bei einem Überholvorgang zu Problemen, wird der Vorgang sofort abgesetzt und das Fahrzeug schert wieder auf die ursprüngliche Position zurück. Für autonomes Fahren ist zurzeit noch die höchste Sicherheitsstufe aktiviert, wo kein Risiko eingegangen wird, um nicht doch einen Unfall zu riskieren.

Gesteckter Fahrplan

Der von Bosch gesteckte Fahrplan ist auf jeden Fall sicher. Bis zum Jahr 2020 soll autonomes Fahren auf einigen Autobahnstrecken soweit möglich sein. Ab dem Jahr 2020 ist auch ein autonomes Fahren bei Autobahnauffahrten erschwinglich. Das autonome Fahren stellt für die meisten Experten eine konsequente Weiterentwicklung von den ganzen Assistenzsystem dar, die es mittlerweile für viele Fahrzeuge zu erwerben gibt. Und so ganz neu ist das überhaupt nicht. Denn wenn man an früher denkt, dort wurden Pferdekutschen auch schon ganz autonom gefahren.

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